Umgang mit Transparenzen

Flachgerechnete Transparenzen und Schärfung

Viele Anwender denken bei der Schärfung in PDF-Daten meistens nur an fotografische Motive. Ergänzend sollten Sie beachten, dass auch aus Vektoren und Texten beim Flachrechnen von Transparenzen Pixelbilder entstehen können. Diese Pixelbilder werden bei aktivierter Schärfung in ZePrA, genauso wie Fotos behandelt. Dies kann zu ungewollten Artefakten führen. So kann sich ein Schärfeunterschied zwischen benachbarten Objekten, die eventuell noch als Vektor oder Text erhalten sind, visuell unterschiedlich störend auswirken. Sie sollten die Auswirkungen auf jeden Fall im Vorfeld der Produktion austesten.

Dies ist besonders zu beachten, wenn Sie die Transparenzen in ZePrA flachrechnen, denn dann wird die Schärfung vor der Farbkonvertierung und dem Flachrechnen ausgeführt. Ohne Transparenzreduktion würde ZePrA die Schärfung nach der Farbkonvertierung anwenden.

Je nachdem wie das Zusammenspiel aus Elementen im Layout-Programm, den Parametern zum Flachrechnen der Transparenzen und den Schärfeparametern in ZePrA aussieht, kann es bei extremer Schärfung zu visuell unerwünschten Effekten kommen.

Die negativen Auswirkungen zeigen sich erst bei der extremsten Schärfestärke mit einem Schwellwert von 0. Da JPEG-Artefakte normalerweise nur sehr geringe Farbunterschiede zeigen, ist ein hoher Schwellwert das wichtigste Kriterium, um ungewollte Effekte zu vermeiden.

Das nachfolgende Beispiel zeigt solch ein Zusammenspiel mit verschiedenen Schärfestufen. Der Grafiker hat in diesem Fall (image) über einen Verlauf ein Objekt mit Schlagschatten gelegt. Beim Flachrechnen der Transparenzen wurden die flachgerechneten Elemente im JPEG-Format komprimiert. Bei extremer Schärfung verstärken sich die normalerweise nicht sichtbare Artefakte in dem Teil des Verlaufes, der durch den darüber liegende Schlagschatten in ein JPEG-Bild gewandelt wurde. Von oben nach unten sind dabei folgende Schärfesettings angewendet worden:

  • Keine Schärfung
  • 0.35 Points, Stärke 80, Schwellwert 8
  • 0.35 Points, Stärke 300, Schwellwert 4
  • 0.35 Points, Stärke 500, Schwellwert 0

PDF-Dateien mit Transparenzen konvertieren

ZePrA lässt sich für das Farbmanagement von PDF-Dateien mit Transparenzen nutzen. Sie haben die Wahl, die Transparenzen zu erhalten oder mittels Transparenzreduktion zu verflachen. Wenn Sie Transparenzen erhalten, ist die Vorgehensweise von ZePrA bei der Farbkonvertierung, dass jedes Objekt – mit oder ohne Transparenz – einzeln farbkonvertiert wird, und die Struktur des PDF-Dokumentes dabei erhalten bleibt. Leider gibt es jedoch derart zahlreiche Varianten bei der Überlagerung (Blending) von Transparenzen und der Reihenfolge (Stacking Order) halbtransparenter Objekte, dass es keine einfache Regel gibt, wann Sie Transparenzen verflachen sollten und wann nicht.

Das Flachrechnen bedingt, dass Sie die Auflösung des späteren Druckplattenbelichters vorgeben müssen, also die Reduzierung möglichst vermeiden oder falls notwendig erst spät im Workflow ausführen sollten. Wir empfehlen Ihnen daher, zunächst die Farbkonvertierung ohne die Reduzierung von Transparenzen in ZePrA vorzunehmen und sich die konvertierte Datei in einem Transparenz-kompatiblen PDF-Viewer (z. B. die neueste Version von Adobe Acrobat Pro) anzusehen. Falls die farbkonvertierte Datei korrekt aussieht und der gewünschte Gesamtfarbauftrag eingehalten wird, können Sie mit der Datei weiter arbeiten.

Falls die Datei nach der Farbkonvertierung Artefakte aufweist, sollten Sie zuerst unter Konfiguration/PDF die Checkbox Alle transparenten Elemente in PDF-Dateien konvertieren ausstellen, und die Datei erneut farbkonvertieren.

In vielen Fällen hilft das Ausstellen der Option, den Eindruck der Originaldatei zu erhalten (siehe auch das Beispiel oben)(image) , da ZePrA bestimmte Transparenz-Modi von der Farbkonvertierung ausnimmt. Als Standardeinstellung sollte die Option jedoch angestellt sein.

Wenn auch das Ausstellen der Option Alle transparenten Elemente in PDF-Dateien konvertieren Artefakte nach der Farbkonvertierung nicht vermeiden kann, müssen Sie die Transparenzreduktion in ZePrA aktivieren (Im PDF-Register).

Hinweis: Die Transparenzreduktion basiert auf dem Callas-SDK, das wiederum die Adobe PDF-Engine zur Transparenzreduktion nutzt. Auf diese Weise sind die Ergebnisse aus ZePrA kompatibel zu den Ergebnissen, die Sie mit den aktuellen Versionen von Acrobat Professional und der Callas pdfToolbox bei der Transparenzreduzierung erzielen.

 

SaveInk-Anwendung und TAC-Reduzierung bei PDF-Dateien mit Transparenzen

Auto Setup-Queues aktivieren bei Workflows zum Farbe sparen oder Gesamtfarbauftrag optimieren die Transparenzreduktion standardmäßig nicht. Dies wäre ein stärkerer Eingriff in Ihre Dateien und würde die Dateigröße zudem vergrößern.

In vielen Fällen ist eine Reduzierung von Transparenzen insbesondere bei PDF-Dateien mit harmlosen Transparenzen wie Schlagschatten nicht notwendig. Jedoch gibt es immer wieder Fälle, wo Transparenzeffekte dafür sorgen können, dass sich trotz hochwertiger SaveInk-Profile die Farbanmutung ändert oder trotz korrekter Reduzierungs-Profile der Gesamtfarbautrag überschritten wird. Deswegen empfehlen wir Ihnen, nach der TAC-Reduzierung und SaveInk-Anwendung mit einem modernen Preflight-Programm, das Transparenzen berücksichtigt, den Gesamtfarbauftrag zu überprüfen. Wenn Sie eine Prüfung jeder Datei aus Performance-Gründen nicht durchführen können oder wollen, so empfehlen wir Ihnen, die Transparenzreduktion in der Konfiguration zu aktivieren.

Konvertieren von Sonderfarben mit Transparenzen

Werden PDF-Dateien mit transparenten Objekten mit Prozess- und Sonderfarben transparenzreduziert, so sieht die Adobe Transparenzreduktion vor, dass Sonderfarben erhalten bleiben, jedoch um den Eindruck des Originals zu erhalten, auf überdrucken gestellt werden. Ihre reduzierte PDF-Datei müssen Sie also immer mit aktivierter Überdruckenvorschau im PDF-Viewer (z. B. Adobe Acrobat Pro) betrachten. Einfache PDF-Viewer, wie z. B. die Mac-Vorschau und viele Apps auf Tablets, zeigen solche Dateien wegen fehlender Überdruckenfunktionalität fehlerhaft an.

Soll ZePrA statt des PDF-Preflight Programms oder dem RIP für eine hochwertige Konvertierung von Schmuckfarben in das Ausgabe-Profil verwendet werden, so können Sie unter Konfiguration/Sonderfarben konvertieren Sonderfarben bestmöglich in Prozessfarben konvertieren. Beachten Sie jedoch, dass bedingt durch eine Transparenzreduktion konvertierte Sonderfarben auf Überdrucken stehen und sich mit Prozessfarben mischen können. Dies kann zu ungewünschten Ergebnissen und zum „Verschwinden” von konvertierten Sonderfarben-Objekten führen. Sollte dies bei Ihnen der Fall sein, so verwenden Sie bitte die Transparenzreduzierungs-Voreinstellung Überdrucken auflösen oder die Extremmethode Datei komplett rastern.

Transparenzreduzierung, Bildqualität und Dateigröße

Bei der Reduzierung von Transparenzen werden die dabei entstehenden gerasterten Objekte von ZePrA mit einer verlustfreien ZIP-Kompression erzeugt. Dies erzeugt die besten qualitativen Ergebnisse, sorgt aber auch für eine größere Dateigröße im Vergleich zu einer JPEG-Kompression. Auch bei PDF-Dateien mit JPEG-komprimierten Bildern, entstehen durch die Transparenzreduktion ZIP komprimierte Bilder. Wenn Sie die Dateigröße reduzieren wollen und eine verminderte Qualität akzeptabel ist, so können Sie in der Sektion Bildqualität im Register Optionen der Konfiguration das Kompressionsverfahren auf JPEG umstellen.

Hinweis: Das Kompressionsverfahren wird nur dann von ZePrA berücksichtigt, wenn Sie eine Farbkonvertierung ausführen. Wenn Sie nur eine Transparenzreduktion ohne Farbkonvertierung in ZePrA ausführen, so wird keine Kompressionsänderung vorgenommen und gerasterte Objekte werden ZIP-komprimiert.