Das Werkzeug Tonwerte ermöglicht die Korrektur von Messdaten sowie die Berechnung von RIP-Kompensationskurven auf Grundlage bestimmter Vorgaben (zum Beispiel G7®, ISO 20654 SCTV).
Es gibt drei Möglichkeiten, um sicherzustellen, dass die Tonwertkorrektur korrekt auf die Messdaten angewendet wird. Die auf diese Weise erstellten Kurven sind die endgültigen Cut-Back-, Kompensations- und Kalibrierungskurven.
Hinweis: Es ist nicht empfehlenswert, Messdaten an einen gewünschten Standard anzupassen, ohne vorher so gedruckt zu haben oder ohne eine geeignete RIP-Kompensationskurve anzuwenden.
Korrektur gemäß Tonwertkurven eines ICC-Profils:
Geben Sie ein Profil an, und die gemessenen Werte oder die RIP-Kompensationskurven werden so angepasst, dass sie die gleichen Tonwertzunahmekurven wie die des ausgewählten Profils aufweisen.

Hinweis: Je nach Farbraum der geladenen Messdaten werden nur ICC-Profile angezeigt, die zu den Messdaten passen (CMYK und Multicolor werden unterstützt).
Korrektur gemäß:
Die Tonwertkurven werden so berechnet, dass sie den Bedingungen der G7®-Graubalance oder der ISO 20654 entsprechen.

G7®-Graubalance: Hier werden die Tonwertkurven so berechnet, dass sie den Graubalance-Bedingungen des G7®-Verfahrens entsprechen. Ziel des G7®-Verfahrens ist es, die CMY-Kurven so anzupassen, dass sie einen möglichst neutralen, grauen Farbton mit definierter Helligkeit über die gesamte Graubalance erzielen.
ISO 20654: Basiert auf farbmetrischen Linearitäten und kann anstelle von Dichteberechnungen für Sonderfarben verwendet werden. Die Methode kann auch auf CMYK angewandt werden und stellt sicher, dass die Gradationen aller Primärfarben farbmetrisch linear sind. Im Betrachten-Fenster unter TWZ oder Kurven kann dies überprüft werden.
Hinweis: Dichtebasierende Methoden wie Murray Davis arbeiten nicht gut mit Nicht-CMYK-Farben. Die IS0 20654- Methode (auch bekannt als SCTV, Spot Color Tone Value) ist eine alternative Methode zum Behandeln der Tonwerte von Sonderfarben.
G7® + ISO 20654: G7® kann nur auf CMYK-Farben angewendet werden. Es ist jedoch möglich, den G7®-Prozess auf den CMYK-Teil einer Multicolor-Messung anzuwenden und die restlichen (Multicolor-) Kanäle nach ISO 20654 zu korrigieren. Die G7®-Kalibrierung stellt sicher, dass die CMY-Kurven über die gesamte Graubalancekurve ein neutrales Grau mit definierten Helligkeitswerten erreichen.
ISO 20654 (Multicolor): Passt nur die Multicolor-Kanäle an ISO 20654 an und lässt die CMYK-Kanäle unberührt. Dies ist praktisch, wenn die CMYK-Anteile nach anderen Standards, wie PSO-Dichtekurven oder G7® kalibriert wurden, und nur die zusätzlichen Multicolor-Kanäle an die Anforderungen von ISO 20654 (SCTV) angepasst werden sollen.
Korrektur gemäß TWZ-Zielwerten:
Ermöglicht es, sehr detaillierte manuelle Korrekturen an jedem einzelnen Farbkanal vorzunehmen. Dies kann auf CMYK- und Multicolor-Messdaten angewendet werden.
Je nach den geladenen Messdaten werden mehr oder weniger Kanäle angezeigt. Die Kanalbezeichnungen entsprechen denen der Messdatei.

Die Tonwertkurven können auch so berechnet werden, dass sie den Anforderungen der BVDM-Offsetdruckstandards ISO 12647-2 von 2004 oder 2013 entsprechen.

ISO 12647-2/3:2013 Curve A-D for Conventional screen
ISO 12647-2/3:2013 Curve Ac for Conventional and NP screen (Coldset)
ISO 12647-2/3:2013 Curve A-D for NP-, X-, fine screen
ISO 12647-2:2004/2007 Curve A-E for Conventional screen
ISO 12647-2:2004/2007 Curve F for NP-, X-, fine screen
Schütze Lichter (%): Belässt die Lichterbereiche unverändert, wenn einer der drei Korrekturmodi angewendet wird.
Geben Sie den Prozentsatz an, bis zu dem die Lichter geschützt werden sollen. Überprüfen Sie die Messdaten, um einen sauberen Übergang zwischen dem geschützten und dem ungeschützten Bereich zu gewährleisten. Diese Funktion ist besonders hilfreich für den Flexodruck, da sie eine übermäßige Kompensation der Tonwertzunahme in den Lichtern verhindert.
Kompensationskurven speichern als: TWZ-Korrekturkurven können als Text-, ACV-, XML- oder cfcurve (HYBRID CLOUDFLOW)-Dateien gespeichert werden. Wenn die Kurven nicht gespeichert werden sollen, wählen Sie die Option Keine.

Wichtig: Diese Kurven müssen im RIP verwendet werden, um die Korrekturen anzuwenden. Weitere Informationen finden Sie weiter unten im Kapitel Kombinieren von Druckcharakterisierung und Kompensationskurvenberechnung.
Text: CGATS-kompatibler ASCII-Text. Wird für den direkten Import in RIP-Software oder Prepress-Workflows verwendet, zum Beispiel in HYBRID CLOUDFLOW.
ACV: Speichert Kurven im Photoshop ACV-Format.
XML: Speichert Kurven als XML-Dateien gemäß ISO 18620.
cfcurve (HYBRID CLOUDFLOW): Dieses JSON-basierte Format ist mit Hybrid CLOUDFLOW kompatibel und ermöglicht das Importieren der Kompensationskurven in diese Anwendung.
Hinweis: Diese Kurven werden auf macOS-Systemen automatisch im Ordner /Benutzer/Benutzername/Dokumente/ColorAnt/Linearity gespeichert oder unter C:/Benutzer/Benutzername/Dokumente/ColorAnt/Linearity auf Windows-PCs. Sie können dann entweder in Adobe Photoshop oder jeder externen RIP-Software, die den ISO 18620-Standard unterstützt, verwendet werden. Zudem unterstützt ZePrA die exportierten ACV- oder XML-Kurvenformate im Gradationen-Dialog.