Erstellen von DeviceLinks

Überblick

DeviceLink-Profile besitzen einige Vorteile im Vergleich zu den üblichen Geräteprofilen:

  • DeviceLink-Profile bilden eine direkte Konvertierung zwischen Eingabe- und  Ausgabefarbraum ab. Farbwerte oder Farbkombinationen lassen sich schützen oder gezielt anpassen und werden nur dort verändert, wo es notwendig ist.
  • DeviceLink-Profile kompensieren zahlreiche Schwachpunkte, die bei einer Konvertierung mit ICC-Ausgabeprofilen auftreten können. Zum Beispiel kann über DeviceLinks der Schwarzkanal erhalten werden, damit Schrift nur mit schwarzer und nicht mit vier Druckfarben gedruckt wird.
  • Darüber hinaus kann Druckfarbe eingespart (SaveInk) und das Ergebnis an die Papierfarbe angepasst werden.
  • Beim Proofen können DeviceLinks ebenfalls für eine deutlich gesteigerte Proofqualität sorgen, wenn sie iteriert werden.

Mit CoPrA können Sie DeviceLink-Profile für alle Kombinationen von Farbräumen erstellen: Grau, RGB, CMYK und Multicolor. Die dabei wohl wichtigsten Anwendungen sind die Konvertierung von CMYK-zu-CMYK, RGB-zu-CMYK und CMYK-zu-Multicolor sowie Multicolor-zu-Multicolor.

DeviceLink-Profile vervollständigen somit die Farbkonvertierung von „normalen“ ICC-Ausgabeprofilen und werden oft für spezielle Anwendungen genutzt, um erheblich bessere Ergebnisse zu erzielen, zum Beispiel bei der Konvertierung von CMYK-Daten für verschiedene Druckprozesse.

Um DeviceLink-Profile zu erstellen, benötigen Sie ICC-Druckerprofile. Sollten Sie noch nicht über die Druckerprofile verfügen, können Sie diese einfach in CoPrA erstellen (mit dem Werkzeug Druckerprofil erstellen aus der Sidebar).

DeviceLink erstellen

Quell- und Zielprofil festlegen

Mit einem DeviceLink-Profil wird eine Farbtransformation direkt von der Quelle zum Ziel in einem Profil abgebildet. Jeder Farbwert des Quellfarbraums wird also direkt in einen bestimmten Farbwert des Zielfarbraums konvertiert. Dabei können Quell- und Zielfarbraum – je nach Einsatzzweck des DeviceLink-Profils – verschieden oder identisch sein.

Im Fenster DeviceLink erstellen können folgende Einstellungen vorgenommen werden:

  • Quellprofil: Legt das Quellprofil für die Konvertierung fest.
  • Zielprofil: Legt das Zielprofil fest.
  • Einstellung: Hier können Sie eine der Voreinstellungen (zum Beispiel Proofing oder Print-to-Print) oder eine eigene Einstellung wählen.
  • Anpassen: Um die Qualität des erstellten DeviceLink-Profils zu erhöhen, gibt es weitere Einstellungsmöglichkeiten. Unter Anpassen können Sie die Umrechnungsart (Rendering Intent), die Ausnahmen und die Farberzeugung festlegen.

Hinweis: Alle Drop-down-Menüs mit Profilen fungieren auch als Suchfelder. Tippen Sie einfach einige Buchstaben des gewünschten Profils ein und nur die Profile, die diese Buchstaben enthalten, werden im Drop-down-Menü angezeigt. Um ein Profil auszuwählen klicken Sie es einfach an.

Alternativ können Sie das Drop-down-Menü auch wie gewohnt mit dem kleinen Pfeil auf der rechten Seite öffnen und ein Profil aus der Liste wählen.

Unter Einstellung können Sie aus dem Drop-down-Menü eine für Sie geeignete Voreinstellung zur DeviceLink-Berechnung auswählen. Die Bezeichnungen der Einstellungen orientieren sich an typischen Aufgabenstellungen im Druck.

Default: Beginnen Sie mit dieser Voreinstellung, wenn keine der anderen Voreinstellungen Ihre Anforderungen erfüllt. Passen Sie sie anschließend an Ihre Bedürfnisse an.

Default – Correction DeviceLink: Dies ist die Grundeinstellung für das Erstellen eines Korrektur-DeviceLink-Profils.

Digital Printing – Close Match: Wenn Ihre Digitaldrucke dem Quellprofil möglichst ähnlich sehen sollen, wählen Sie diese Voreinstellung.

Digital Printing – PSD conformity: Für Digitaldrucke gemäß „Fogra ProzessStandard Digitaldruck“.

Large Format Printing – Close Match: Wenn Ihre Drucke im Großformat dem Quellprofil möglichst ähnlich sehen sollen, wählen Sie diese Voreinstellung.

Large Format Printing – Higher Chroma: Wenn Ihre Drucke im Großformat mehr Farbigkeit haben sollen, wählen Sie diese Voreinstellung.

Offset-to-Gravure – Automatic exceptions: Für Konvertierungen von Offset-Daten in den Tiefdruck. Ausnahmen werden automatisch bestimmt und die Separationseigenschaften des Quellprofils bleiben erhalten.

Offset-to-Gravure – Traditional: Für Konvertierungen von Offset-Daten in den Tiefdruck. Ausnahmen werden fest vorgegeben und die Separationseigenschaften des Quellprofils bleiben erhalten.

Print-to-Print – Automatic exceptions: Für Offset- oder Zeitungsdrucke. Ausnahmen werden automatisch bestimmt und die Separationseigenschaften des Quellprofils bleiben erhalten.

Print-to-Print – No Black: Erstellt ein DeviceLink-Profil ohne Schwarzseparation. Die Ausnahmen werden so gesetzt, dass kein Schwarz erzeugt wird.

Print-to-Print – Traditional: Für Offset- oder Zeitungsdrucke. Ausnahmen werden fest vorgegeben und die Separationseigenschaften des Quellprofils bleiben erhalten.

Proofing: Für Proofanwendungen. Der Rendering Intent ist auf absolut farbmetrisch gestellt und alle Ausnahmen sind deaktiviert.

TAC300 Reduction – Same Source and Target Profile: Wenn Sie in Ihren Druckdaten den Farbauftrag sicher auf 300% einstellen wollen, wählen Sie diese Voreinstellung. Beachten Sie dabei, dass das Quell- und das Zielprofil dafür identisch sein müssen.

Generell sollten Sie unter Anpassen die Einstellungen für die Umrechnungsart, die Ausnahmen und die Farberzeugung überprüfen und gegebenenfalls an Ihre Bedingungen anpassen, bevor Sie das DeviceLink-Profil berechnen.

Profileinstellungen importieren, exportieren oder aufräumen

Im Drop-down-Menü Einstellung wählen Sie bei Drucker-, DeviceLink- und SaveInk-Profilierungen die Profileinstellungen aus. Mit dem Paket CoPrA Basic können Sie aus den vorhandenen Voreinstellung auswählen, ab dem Paket CoPrA M haben Sie außerdem Zugriff auf alle Profilparameter und können diese frei ändern. Klicken Sie hierfür auf Anpassen. Angepasste Einstellungen können gespeichert, importiert und exportiert werden. Auf diese Weise können persönliche Profilierungseinstellungen ganz einfach mit anderen CoPrA-Nutzern ausgetauscht oder für Support-Fälle zur Verfügung gestellt werden.

 

 

Einstellung importieren: Der Import von Einstellungen kann entweder über das Menü Werkzeuge mit dem Eintrag Einstellung importieren erfolgen, oder indem das ICC-Profil mit den gewünschten Einstellungen auf das Drop-down-Menü Einstellungen gezogen wird. Der Name von importierten Profilen erhält die Endung (imported). Wenn man versucht unpassende Profile (zum Beispiel ein RGB-Profil für eine CMYK-Profilierung) auf das Drop-down-Menü Einstellungen zu ziehen, erscheint ein entsprechender Hinweis.

Einstellung exportieren: Angepasste Profileinstellungen können im Drop-down-Menü Einstellungen ausgewählt und anschließend über das Menü Werkzeuge mit dem Eintrag Einstellung exportieren als Einstellungsdatei exportiert werden.

Die in CoPrA enthaltenen Standardeinstellungen können hingegen nicht exportiert werden. Standardeinstellungen stehen im Drop-down-Menü Einstellungen unter dem Eintrag [VOREINGESTELLT] und können angepasst, aber nicht überschrieben werden. Nach dem Anpassen einer Einstellung bekommt diese den Namenszusatz (edited) und ist dann eine eigene und somit auch exportierbare Einstellung, welche separat unter dem Eintrag [GEÄNDERT] geführt wird. Diese editierte Einstellung können Sie dann unter einem beliebigen Namen abspeichern. Eine gespeicherte Einstellung wird aus [GEÄNDERT] entfernt und unter [GESPEICHERT] gelistet. Gespeicherte und geänderte Einstellungen können manuell gelöscht werden.

Einstellungen aufräumen: Alle Einstellungen, die sich unter dem Eintrag [GEÄNDERT] befinden, können über das Menü Werkzeuge mit dem Befehl Einstellungen aufräumen gelöscht werden.

 

DeviceLink-Einstellungen aus CoPrA mit ZePrA teilen

Wenn Sie PDF-Dateien konvertieren möchten, ermöglicht es die SmartLink-Methode in ZePrA, die dafür notwendigen DeviceLink- und/oder SaveInk-Profile on-the-fly zu berechnen, ohne dass Sie diese DeviceLinks vorab erstellen müssen.
Durch die enge Verbindung von CoPrA und unserem Farbserver ZePrA können Sie mit Ihren eigenen Profileinstellungen in CoPrA vorgeben, welche Einstellungen zur Berechnung der DeviceLink-Profile in ZePrA zugrunde liegen.
Mit der Vorgabe Mit ZePrA teilen werden die Einstellungen Ihrer DeviceLink- und SaveInk-Profile direkt an ZePrA übermittelt und können dort in der ZePrA-Konfiguration hinterlegt und direkt genutzt werden.

Umrechnungsart

Umrechnungsart - Überblick

Jedes DeviceLink-Profil beinhaltet genau eine Umrechnungsart. Neben der Auswahl der vier Standard-Umrechnungsarten Perzeptiv, Relativ Farbmetrisch, Sättigung und Absolut farbmetrisch bietet CoPrA sechs zusätzliche Umrechnungsarten an. Bei den Standard-Umrechnungsarten wird das Gamutmapping aus den Tabellen des Quell- und Zielprofils übernommen, ein Mischen der Standard-Umrechnungsarten ist nicht möglich. Die zusätzlichen Umrechnungsarten hingegen lassen sich miteinander kombinieren. Bei allen Umrechnungsarten lassen sich Helligkeit, Buntheit oder Sättigung einstellen. So können Sie die Umrechnungsart individuell an Ihren Anwendungszweck anpassen.

Umrechnungsarten bei DeviceLinks

Umrechnungsarten für DeviceLinks

Standard-Komprimierung: Das ist unsere Standard-Methode, die für die meisten Anwendungen gut geeignet ist. Neutrale Töne werden relativ farbmetrisch umgesetzt. Wenn das Papierweiß des Zielprofils deutlich gelber ist als im Quellprofil, sieht die Grauachse dem Papierweiß entsprechend ebenfalls gelblicher aus. Bei Zielprofilen mit kleinerem Farbumfang als im Quellprofil wird der Kontrastumfang angepasst, damit die Zeichnung nicht verloren geht.

Schwarzkompensation: Diese Methode entspricht weitgehend der aus den Adobe-Produkten bekannten Methode „relativ farbmetrisch mit aktivierter Tiefenkompensierung“. Bei der Umsetzung von CMYK-Daten in Drucksystemen bleibt die Zeichnung in den Lichtern und Tiefen enthalten, jedoch werden Zeichnungsverluste in hochgesättigten Farbbereichen vermieden. Neutrale Töne werden relativ farbmetrisch umgesetzt.

Dynamische Komprimierung: Vergleicht den Eingabefarbraum mit dem Zielfarbraum und erzeugt eine Kompression, um Out-of-Gamut-Bereiche zu minimieren. Dabei bleibt die Helligkeit – und somit die Zeichnung des Originalfarbraums – soweit wie möglich erhalten, jedoch auf Kosten der Sättigung. Die Grauachse der Umsetzung wird relativ zum Papierweiß des Zielprofils aufgebaut, wie bei der Standard-Komprimierung.

Absolute Komprimierung: Diese Methode orientiert sich bezüglich der Farbwiedergabe am absolut farbmetrischen Intent, wobei in den Lichtern und Tiefen der Kontrastumfang angepasst wird, damit die Zeichnung nicht verloren geht. Die Wiedergabe von neutralen Farben orientiert sich an der absolut farbmetrischen Umsetzung, wobei im Lichterbereich keine Papierton-Simulation stattfindet. Wenn das Papierweiß des Zielprofils deutlich gelber ist als im Quellprofil, sieht die Grauachse trotz des gelblichen Papierweiß neutral aus.

Minimale Komprimierung: Dieser Rendering Intent gibt den Farbraum möglichst absolut farbmetrisch wieder und kompensiert nur in der Nähe des Schwarz- und Weißpunkts. Dabei wird eine maximale Tiefe erreicht, die Zeichnung bleibt erhalten und das Weiß wird nicht simuliert. Verwenden Sie diesen Rendering Intent, wenn Sie eine sehr genaue Wiedergabe erzielen wollen, zum Beispiel mit Druckstandards wie ISO Coated V2 oder GRACoL2006 Coated1v2 auf einer Digitaldruckmaschine.
Hinweis: Beachten Sie dabei, dass ähnlich wie beim absolut farbmetrischen Rendering Intent der Zielfarbraum möglichst größer sein sollte, als der zu simulierende Farbraum (oder ähnlich groß), um den Verlust von Details und Farbigkeit zu vermeiden. Für Konvertierungen von großen auf kleine Farbräume verwenden Sie, wenn Sie die Graubalance des Quellfarbraumes erhalten wollen, stattdessen unseren Rendering Intent Absolute Komprimierung.

Minimale Weißkomprimierung: Ist prinzipiell vergleichbar mit der Umrechnungsart Minimale Komprimierung. Bei beiden Rendering Intents wird der Weißpunkt ohne Simulation des Papiertons komprimiert.

Der Unterschied zwischen den beiden Methoden besteht darin, dass bei der minimalen Komprimierung eher eine perzeptive Umrechnung erfolgt, da hier auch der Schwarzpunkt komprimiert wird. So wird ein maximal dynamischer Kontrastumfang ohne Verluste in den Schattendetails möglich. Die Minimale Weißkomprimierung kann hingegen eher als absolut farbmetrischer Rendering Intent ohne Komprimierung des Schwarzpunktes betrachtet werden. Da die Minimale Weißkomprimierung nur den Weißpunkt und nicht den Schwarzpunkt komprimiert, kann eine sehr hohe Übereinstimmung zwischen dem Quell- und Zielfarbraum erreicht werden. Das ist vorteilhaft für eine medienübergeifende, gleiche Farbdarstellung oder den Druck auf leicht unterschiedliche Materialien.

Weitere Einstellungsmöglichkeiten
Mischen: Wenn Sie zwei Umrechnungsmethoden verwenden möchten, können Sie diese beim Erstellen von DeviceLink-Profilen in verschiedenen Anteilen miteinander mischen. Wenn Sie zum Beispiel die Kombination Standard-Komprimierung (1. Auswahl, links) und Absolute Komprimierung (2. Auswahl, rechts) aktivieren und den Mischen-Regler auf 75 stellen, werden bei der Dateikonvertierung die entsprechenden Anteile der beiden Umrechungsarten innerhalb des neu erstellten DeviceLink-Profils verwendet. In diesem Beispiel bedeutet das, die Grauachse wird zu 75 % an den Papierton angepasst, ohne Papiertonsimulation im Lichterbereich, bei gleichzeitiger Anpassung des Kontrastumfangs in den Lichtern und Tiefen.

Erweiterte Umrechnungsoptionen

Erweiterte Umrechnungsoptionen: Die Buntheit, Sättigung oder Helligkeit des Profils kann mit einem Schieberegler angepasst werden. Mit der Einstellung Buntheit kann die Farbigkeit von hochgesättigten Farben im Bereich von -20 bis +20 verringert oder erhöht werden. Die Einstellung Sättigung ist jedoch noch besser geeignet, wenn ein höher gesättigtes Ergebnis gewünscht wird. Bei diesen beiden Einstellungen wird die Graubalance nicht durch die Einstellung des Schiebereglers beeinträchtigt. Sie können die Sättigung vor allem für große Farbräume verwenden, zum Beispiel gamuterweiterndes Multicolor, um Farben noch brillanter wirken zu lassen.

Hinweise:
1. Wir haben die Buntheitsauswirkung bewusst moderat implementiert. Achten Sie dennoch darauf, die Buntheitserhöhung so einzustellen, dass weder die Zeichnung in hochgesättigten Farben verloren geht, noch dass sich die Veränderung zu stark auf kritische Farbtöne auswirkt, wie zum Beispiel Hauttöne.
2.
Die Auswirkungen aller Veränderungen werden in der Gamutgrafik auf der rechten Seite visualisiert. Da die Sättigung durch ein Verschieben zu mehr Buntheit und geringerer Helligkeit berechnet wird, können Sie sehen, dass mehr Sättigung die Farben etwas verdunkelt und sie so dynamischer wirken lässt. Im Gegensatz dazu kann mehr Buntheit dazu führen, dass hochgesättigte Farben außerhalb des Gamuts liegen und eventuell vom gegebenen Profil nicht wiedergegeben werden können.

Graubalance: Ermöglicht die Anpassung der Graubalance, um eine kältere oder wärmere Grauachse zu erzeugen. kälter verschiebt die Graubalance in Richtung bläulicher Farben (negative b*-Werte), wärmer verschiebt sie zu gelblichen Farben (positive b*-Werte). Die Auswirkung, die sich aus einer Änderung der Schiebereglereinstellung ergibt, wird in der nebenstehenden Grafik angezeigt.

Anpassen der Graubalance

Hinweis: Die Einstellung der Graubalance ist von der unter Umrechnungsart ausgewählten Methode(n) unabhängig und ermöglicht visuelle Anpassungen aufgrund persönlicher Vorlieben.

Farbmodifikation mit zusätzlichem Profil

Mit dieser Funktion können Sie beim Erstellen eines DeviceLink-Profils eine Korrektur einfließen lassen, indem ein zusätzliches Profil, zum Beispiel ein editiertes DeviceLink oder ein abstraktes Profil, in die Berechnung einbezogen wird. Das zusätzliche Profil kann zum Beispiel eine selektive Korrektur in einem bestimmten Farbbereich oder eine Gradationsänderung enthalten. Das zusätzliche Profil wird nach der Verlinkung des Quellprofils mit dem Zielprofil eingerechnet.

Da die Farbmodifikation mit einem zusätzlichem Profil einen Sonderfall darstellt, sollte im Normalfall die Einstellung Keines ausgewählt werden.

Hinweis: Weitere Informationen zum Erstellen von editierten Profilen finden Sie im Kapitel Editierung.

Ausnahmen

Automatische Auswahl von Ausnahmen

Die Wahl der richtigen Ausnahmen bei der DeviceLink-Erstellung kann manchmal eine Kunst für sich sein und sorgt bei richtiger Wahl für farbtonrichtige, reine und gesättigte Farben, sowie für ein druckoptimiertes Farbverhalten, zum Beispiel beim Überdrucken. Um Ihnen diese Wahl zu erleichtern, enthält der Reiter Ausnahmen deshalb eine Funktion zur automatischen Auswahl der am besten passenden Ausnahmen für Ihre ausgewählten Quell- und Zielprofile. Dabei werden verschiedene Berechnungen zur Farbtonwiedergabe, zum Farbabstand, zu Gerätefarbunterschieden sowie Erfahrungswerte bei der Reinhaltung von Farben kombiniert. Zum Aktivieren dieser Funktion wählen Sie den Modus Automatisch. Nach kurzer Berechnungszeit werden die empfohlenen Ausnahmen  aktiviert oder deaktiviert. Dabei werden die von der Automatik berücksichtigten Ausnahmen ausgegraut angezeigt. Die Ausnahmen, die nicht ausgegraut sind, wurden von der Berechnung nicht berücksichtigt und können noch manuell aktiviert oder deaktiviert werden. Dadurch wird die Wahl der richtigen Ausnahmen deutlich vereinfacht.

Hinweis: Wir empfehlen, die automatische Auswahl von Ausnahmen beim Erstellen von DeviceLinks als Grundeinstellung zu wählen, um eine gute Vorauswahl zu treffen. Falls Sie die Ausnahmen lieber selbst auswählen oder die automatisch ermittelten Einstellungen ändern wollen, wählen Sie den Modus Manuell. Wenn Sie Ausnahmen oder eine DeviceLink-Voreinstellung bereits manuell ausgewählt haben und anschließend auf Automatisch umschalten, werden die Einstellungen mit denen der Automatik überschrieben.

Manuelle Auswahl von Ausnahmen

Ausnahmen werden verwendet, um gezielt auf die Farbkonvertierung spezieller Farben einzuwirken. Sie sorgen dafür, dass spezielle Eigenschaften der Farben erhalten bleiben. Die richtige Wahl der Ausnahmen ermöglicht somit eine gezielte Farbkonvertierung spezieller Farben.

Ausnahmen erhalten die Eigenschaft der Eingangsfarbe, zum Beispiel den einfarbigen Aufbau von Primärfarben oder den zweifarbigen Aufbau für Sekundärfarben, berechnen dabei aber die bestmögliche Kombination, um die Genauigkeit der Farbumrechnung in den Zielfarbraum  zu erhöhen.

Alle Farbfelder, die von der ausgewählten Ausnahme betroffen sind, werden in der grafischen Darstellung durch eine rote Umrandung hervorgehoben. Das dargestellte Testchart richtet sich immer nach dem Quellprofil der gewünschten DeviceLink-Konvertierung. Wenn Sie mit dem Mauszeiger über ein Farbfeld fahren, wird das entsprechende Farbfeld schwarz oder weiß umrandet und die Gerätewerte des Quell- und Zielfarbraumes angezeigt. Drücken Sie zudem die „Alt“-Taste auf Ihrer Tastatur, wird das Farbfeld festgehalten, so dass sich schnell und einfach überprüfen lässt, ob es von einer Ausnahme betroffen ist.

Ausnahmen, die nicht aktiviert oder deaktiviert werden können, werden ausgegraut. Dies kann der Fall sein, wenn eine Abhängigkeit zwischen Ausnahmen besteht, oder wenn Ausnahmen für einen bestimmten Farbraum keine Rolle spielen.

Ausnahmen manuell festlegen

Triplex (zwei Primärfarben und Schwarz): Optimiert die Farbkonvertierung einer Sekundärfarbe (zum Beispiel Blau: Cyan + Magenta) mit Schwarz, so dass keine Farbverschmutzung entsteht. Triplexfarben werden bei der Konvertierung neu berechnet, bleiben jedoch auch im Zielprofil als Triplexfarben erhalten. Wenn Sie also einen dunklen Blauton von 100C 60M 50K auf den am besten passenden Farbton im Zielfarbraum abbilden möchten, der ebenfalls nur aus Cyan, Magenta und Schwarz besteht, muss zwingend die Ausnahme Triplex aktiviert werden.
Die Ausnahme Triplex beinhaltet die Ausnahme Duplex und somit auch die Ausnahmen Primärfarben, Sekundärfarben, Grau und 100 % Schwarz.

Duplex (eine Primärfarbe und Schwarz): Optimiert die Farbkonvertierung einer Primärfarbe (Cyan, Magenta oder Gelb) mit Schwarz, so dass keine Farbverschmutzung entsteht. Duplexfarben werden bei der Konvertierung neu berechnet und bleiben auch im Zielprofil als Duplexfarben erhalten.
Die Ausnahme Duplex beinhaltet die Ausnahmen Primärfarben, Grau und 100 % Schwarz.

Grau: Erhält den einfarbigen Aufbau von Schwarz von 0 bis 100 %. Diese Ausnahme schließt die Ausnahmen 100 % Schwarz und Weiß mit ein.
Bei RGB-DeviceLink-Profilen bewirkt Grau, dass die Grauachse mit gleichanteiligen RGB-Werten aufgebaut wird. Bei einer Konvertierung eines RGB-Quellprofils in einen CMYK-Zielfarbraum bewirkt Grau, dass die RGB-Grauachse nur mit Schwarz aufgebaut wird.

100 % Schwarz: Erhält 100 % Schwarz, das heißt 100 % K bleibt 100 % K und wird nicht bunt aufgebaut.
Bei einer Konvertierung eines RGB-Quellprofils in einen CMYK-Zielfarbraum bewirkt 100 % Schwarz, dass ein RGB-Schwarz von 0, 0, 0 zu 100 % Schwarz konvertiert wird. Hiermit können Sie unter anderem verhindern, dass ein rein schwarzer RGB-Text nach einer Konvertierung über ein CMYK-Profil vierfarbig aufgebaut wird.

100 % C,M,Y: Erhält reines Cyan, Magenta und Gelb. Die 100 %-Werte von C, M und Y bleiben nach der Farbkonvertierung bei 100 %.

100 % R,G,B: Erhält reines Rot, Grün und Blau. Die 100 %-Eckwerte von Rot, Grün und Blau bleiben nach der Farbkonvertierung bei 100 %. Rot wird also weiterhin mit 100 % Magenta und 100 % Gelb aufgebaut.

Max. C,M,Y: Erzeugt eine maximale Sättigung der Primärfarben. Diese Funktion kann unabhängig von der Reinhaltung der Primär- und Sekundärfarben verwendet werden.
Beispiel: Wenn 100C zu 80C + M + Y konvertiert werden würde, sorgt die Aktivierung dieser Ausnahme dafür, dass Cyan nun zu dem maximalen Wert konvertiert wird, das heißt C wird auf einen höheren Wert als 80 gesetzt, also auf einen Wert zwischen 80C und 100C, je nach dem, was in Hinblick auf die Sättigung maximal erreichbar ist, und die verschmutzenden Farbanteile werden farbtonrichtig angepasst.
Hinweis: Wenn zusätzlich die Ausnahme Primärfarben ausgewählt wird, wird diese Ausnahme ausgegraut, und stattdessen die Ausnahme 100 % C,M,Y aktiviert, da bei einer Reinhaltung der Primärfarben der maximale Wert natürlich bei 100 % liegt.

Max. R,G,B: In CMYK-Farbräumen entspricht “R, G, B” den Farbkombinationen MY, CY und CM. Bei Aktivierung wird der jeweils höhere Farbwert auf 100 % gesetzt und der zweite Farbwert wird dann farbmetrisch optimiert. Diese Funktion kann unabhängig von der Reinhaltung der Primär- und Sekundärfarben verwendet werden.
Beispiel: Wenn ein reines 100 % Rot (100 % M+Y) bei der Konvertierung mit reinen Sekundärfarben beispielsweise zu 95 % M und 90 % Y konvertiert werden würde, sorgt die Einstellung Max. R,G,B dafür, dass die Eckfarbe Rot zu maximaler Sättigung geführt wird, also zum Beispiel 100 % M und 95 % Y. Möchten Sie jedoch, dass bei der Konvertierung 100 % Rot wirklich 100 % Rot bleibt, sollten Sie die Einstellung 100 % R,G,B verwenden. Beachten Sie aber, dass dies nicht der beste farbmetrische Wert sein muss. Max R,G,B hingegen berechnet den farbtonrichtig besten Wert bei höchster Sättigung.

Primärfarben: Erhält den einfarbigen Aufbau von Primärfarben. Berechnet den Lab-Wert einer Primärfarbe des Quellprofils und sucht nach dem am besten passenden Primärfarbwert im Zielprofil. So könnte beispielsweise 40C zu 53C konvertiert werden, der einfarbige Aufbau bliebe jedoch erhalten. Ist diese Ausnahme nicht aktiviert, können Primärfarben des Quellprofils im Zielprofil auch mehrfarbig (verunreinigt) aufgebaut werden. Die Checkboxen C, M und Y ermöglichen die separate Reinhaltung einzelner Primärfarben. Dabei werden optimierte Übergänge berechnet, die weich in benachbarte Farbbereiche hineinreichen, um Abrisse zu vermeiden. Mit dem Regler Bereich können Sie festlegen, wie weit benachbarte Farbfelder einbezogen werden.
Hinweis: Das Aktivieren dieser Ausnahme erhält die 100 %-Eckwerte nicht, das heißt, dass beispielsweise 100C zu 98C konvertiert werden könnte. Möchten Sie die 100 %-Eckwerte im Zielprofil erhalten, müssen Sie die Ausnahme 100 % C,M,Y aktivieren.
Bei einer Konvertierung eines RGB-Quellprofils in einen CMYK-Zielfarbraum bewirkt Primärfarben, dass die Primärfarben C, M und Y (also RGB 0 255 255, 255 0 255 und 255 255 0) reingehalten werden.

TWZ wie Quellprofil: Diese Ausnahme ist von Bedeutung, wenn Sie die Tonwertzuwächse der Primärfarben exakt einhalten möchten.
Ein Anwendungsfall wäre, wenn Sie nach Vorgabe eines Druckstandards auf einem anderen Papier drucken möchten und das dabei verwendete Zielprofil andere Tonwertzuwächse aufweist. Ein mit der Ausnahme TWZ wie Quellprofil erstelltes DeviceLink korrigiert die Tonwertzuwächse so, dass sie dem gewünschten Druckstandard (aus dem Quellprofil) exakt entsprechen.

Sekundärfarben: Erhält den zweifarbigen Aufbau von Sekundärfarben. Berechnet den Lab-Wert einer Sekundärfarbe des Quellprofils und sucht nach dem am besten passenden Sekundärfarbwert im Zielprofil. So könnte beispielsweise 40C 100M zu 41C 97M konvertiert werden, der zweifarbige Aufbau bliebe jedoch erhalten. Ist diese Ausnahme nicht aktiviert, können Sekundärfarben des Quellprofils im Zielprofil auch mehrfarbig (verunreinigt) aufgebaut werden. Die Checkboxen MY, CY und CM ermöglichen die separate Reinhaltung einzelner Sekundärfarben. Dabei werden optimierte Übergänge berechnet, die weich in benachbarte Farbbereiche hineinreichen, um Abrisse zu vermeiden. Mit dem Regler Bereich können Sie festlegen, wie weit benachbarte Farbfelder einbezogen werden.
Bei einer Konvertierung eines RGB-Quellprofils in einen CMYK-Zielfarbraum bewirkt Sekundärfarben, dass die Sekundärfarben MY, CY und MC reingehalten werden.

Schwarz überdrucken: Erhält 100 % Schwarz als zusätzliche Schicht über einem CMY-Hintergrund. Die CMY-Werte werden dabei minimiert, aber farblich richtig berechnet und verändern sich gegenüber dem Original möglichst wenig.

Weiß: Erhält das Papierweiß. Dies ist vor allem dann hilfreich, wenn Sie eine absolut farbmetrische Simulation für Proofs erzielen wollen, jedoch auf dem Papier keine Simulation der Papierfarbe wünschen (zum Beispiel aus ästhetischen Gründen). Ist nur verfügbar, wenn Absolut farbmetrisch als Umrechnungsart und Proofing als Einstellung gewählt ist.

400 % Farbe: Erhält 400 % Farbe, d. h. auch wenn im Reiter Schwarzerzeugung ein geringerer Gesamtfarbauftrag (TAC) gewählt wird, bleibt ein Farbwert von CMYK =100 %, 100 %, 100 %, 100 % so erhalten.

Randwerte beschneiden: Sorgt dafür, dass Prozentwerte in der Nähe von Null auf 0 % gesetzt werden und dass Eckwerte in der Nähe von 100 % auf 100 % aufgerundet werden. Dies führt zu reinen Tönen, die im Druck nicht mehr aufgerastert werden müssen.

400 % Farbe zu Schwarz: 400 % Farbe wird zu 100 % Schwarz konvertiert, also CMYK =100 %, 100 %, 100 %, 100 % wird zu CMYK =0 %, 0 %, 0 %, 100.

Lichter

Im Flexodruck kommt es häufig vor, dass die ersten druckenden Farbtöne einen sehr hohen Tonwertzuwachs aufweisen. In den Lichtern wird bei manchen Flexodruckverfahren bis zu einem bestimmten Prozentwert kein Tonwert übertragen. Insbesondere für Proofanwendungen ist die Simulation dieser Prozesseigenschaften sehr wichtig, um im Lichterbereich auch wirklich das finale Druckergebnis zu simulieren. Für die Produktion und die Separation mit dem Profil kann zudem eine Anhebung von Lichtertonwerten notwendig werden.

In CoPrA haben wir aus diesem Grund für das Erstellen von DeviceLink-Profilen sechs Einstellungen für die Lichter integriert (siehe Screenshot).

Mit diesen Einstellungen können Sie vorgeben, wann der erste druckende Ton im Profil berücksichtigt und im Proof (Hardcopy- oder Softproof) erscheinen soll oder wie hoch der Tonwert bei 1 % druckt. So stellen Sie sicher, dass Ihr Proof auch der Druckausgabe entspricht. Ebenso wird bei der Separation mit einem Profil, das beispielsweise mit einem Wert von 3 % für den ersten druckenden Ton eingestellt wurde, sichergestellt, dass geringe Tonwerte auf 3 % angehoben werden, damit sie zuverlässig gedruckt werden können.

Berücksichtigen Sie bei der Wahl für den ersten druckenden Ton, ob das DeviceLink für den Proof oder für die Produktion eingesetzt werden soll.

Standard: Gibt das “normale” Verhalten der Profilierung in den Lichterbereichen vor. Verwenden Sie diese Einstellung bei allen Druckverfahren, die keine besonderen Anforderungen an den ersten druckenden Ton stellen.

Erster druckender Ton (Produktion, 0 % erhalten): Das Papierweiß bleibt unbeeinflusst. Geringe Tonwerte werden bereits auf den von Ihnen eingestellten Prozentwert angehoben, damit sie zuverlässiger gedruckt werden können. Die im Reiter Ausnahmen eingestellte Reinheit von Farben bleibt erhalten. Dies kann zu Abrisskanten führen.

Erster druckender Ton (Proof): Legt fest, wann der erste druckende Ton erscheinen soll. Geben Sie zum Beispiel 3 % für den ersten druckenden Ton vor, so werden von 0 bis 3 % keine Tonwerte gedruckt. Erst ab 3 % setzen Farbwerte ein. Diese Einstellung wird hauptsächlich für Proofanwendungen benötigt.

Druckender Ton bei 1 % (Proof): Mit dieser Einstellung definieren Sie den Tonwert, der bei 1 % erreicht werden soll. Diese Einstellung wird gerne beim Proofing verwendet, kann aber genauso für Produktionsanwendungen benutzt werden.

Erster druckender Ton (Produktion, Weiß erhalten): Das Papierweiß bleibt unbeeinflusst. Geringe Tonwerte werden bereits auf den von Ihnen eingestellten Prozentwert über die ganze Separation angehoben, damit sie zuverlässiger gedruckt werden können. Die im Reiter Ausnahmen eingestellten Optionen bleiben nicht erhalten, da ein Ton mit allen Kanälen unterlegt wird. Dies reduziert Abrisskanten.

Erster druckender Ton (Produktion, Minimaler Ton): Mit dieser Einstellung wird bereits im Weiß ein Tonwert in allen Kanälen gedruckt, der sich durch die ganze Separation zieht. Die im Reiter Ausnahmen vorgenommenen Einstellungen bleiben nicht erhalten, da ein Ton mit allen Kanälen unterlegt wird.

Abhängigkeit zwischen den Ausnahmen Grau und Weiß bei Softproofs

Die Umrechnungsart (Rendering Intent) absolut farbmetrisch wird oft verwendet, wenn mit einem Proof (Softproof oder Hardcopyproof) ermittelt werden soll, wie gedruckte Farben von der Papierfarbe beeinflusst werden. In CoPrA ist zu beachten, dass zwischen den Ausnahmen Grau und Weiß in der Einstellung Proofing und der Umrechnungsart absolut farbmetrisch eine Abhängigkeit besteht.

Beim Erstellen von DeviceLink-Profilen mit der Umrechnungsart absolut farbmetrisch  und gleichzeitiger Aktivierung der Ausnahme Grau wird die Simulation der Papierfarbe verhindert. Die Verwendung dieser Ausnahme zusammen mit dem Rendering Intent absolut farbmetrisch widerspricht sich und ist nicht zu empfehlen. Aus diesem Grund sind in CoPrA bei der Verwendung der Einstellung Proofing standardmäßig alle Ausnahmen deaktiviert. Um diese Abhängigkeit noch deutlicher zu machen, sind die Ausnahmen Weiß und Grau miteinander gekoppelt. Sobald eine Ausnahme aktiviert wird, die mit Grau in Verbindung steht (z. B. Triplex oder Duplex), wird die Ausnahme Weiß automatisch aktiviert und ausgegraut.

Hinweis: Beachten Sie, dass die Ausnahme Weiß nur verfügbar ist, wenn absolut farbmetrisch als Umrechnungsart eingestellt ist. Die Ausnahme Weiß sorgt dafür, dass das Papierweiß nicht simuliert wird und ist vor allem dann hilfreich, wenn Sie eine absolut farbmetrische Simulation für Proofs erzielen wollen, jedoch auf dem Papier keine Simulation der Papierfarbe wünschen (zum Beispiel aus ästhetischen Gründen).

Farberzeugung

Multicolor-Modus

Multicolor-Modus: Legt fest, wie die Farben in den einzelnen Separationen aufgebaut werden. Steht nur zur Verfügung, wenn ein Multicolor-Zielprofil geladen wird.

Hinweis: Zur Nutzung der Multicolor-Funktionen ist eine Multicolor-Lizenz erforderlich.

In CoPrA werden die ersten drei Kanäle als Hauptfarben betrachtet (typischerweise CMY). Sie sollten einen möglichst guten Farbraum (Gamut) aufspannen und für die Erstellung einer bunt aufgebauten Grauachse geeignet sein. Der vierte Kanal sollte Schwarz sein, wenn eine Separation mit UCR/GCR gewünscht ist. Wenn Schwarz in den Multicolor-Messdaten nicht vorhanden ist, und die automatische Schwarzberechnung ausgewählt ist, wird dies von CoPrA erkannt und es wird keine Separation erzeugt. Die Schwarzseparation wird deaktiviert, wenn der Maximalschwarz-Wert in der Schwarzpunkt und TAC-Einstellung 0 % beträgt. Die zusätzlichen Sonderfarbenkanäle (zum Beispiel Orange, Grün oder Violett in einem CMYKOGV-7C-Datensatz) werden als farbraumerweiternde Farben behandelt.

Der Multicolor-Modus legt fest, wie die farbraumerweiternden Farben mit den Hauptfarben verrechnet werden.

Farberzeugung

Die folgenden Multicolor-Modi stehen zur Verfügung:

Multicolor-Modi

Stark: Mit diesem Multicolor-Modus wird möglichst viel Sonderfarbe eingerechnet, dementsprechend werden weniger Hauptfarben in den hochgesättigten Farbbereichen verwendet. Dies führt zu einer stärkeren Nutzung der farbraumerweiternden Sonderfarbenkanäle und zu entsprechend höher gesättigten Farben im Ausdruck.

Glatt: In der Grundeinstellung ist in CoPrA der Multicolor-Modus Glatt ausgewählt. Diese Einstellung sollte beibehalten werden, wenn Sie eine besonders glatte Separation und harmonische Farbauszüge bei dennoch gesättigten Farben erhalten wollen.

Hinweis: Die beiden Multicolor-Modi Glatt und Stark arbeiten ähnlich, bei Glatt werden jedoch weniger farbraumerweiternde Sonderfarbenkanäle benutzt.

Glatt – mit Spezialfarben und Stark – mit Spezialfarben: Diese beiden Multicolor-Modi richten sich an Anwendungen im industriellen Drucksektor, wie zum Beispiel den Keramikdruck, bei dem zu den Hauptfarben entweder zusätzliche farbraumerweiternde helle (z. B. Pink) oder dunkle Farben (z. B. Braun) eingesetzt werden. Sie stellen eine Erweiterung der bestehenden Multicolor-Modi Glatt und Stark dar, verwenden jedoch auch Zusatzfarben, die normalerweise nicht verwendet werden können. Die Zusatzfarbe Pink wird zum Beispiel zusammen mit einem dunkleren Magenta in der Magenta-Gradation genutzt. In den hellen Bereichen der Gradation wird dabei Pink verwendet und in den dunklen Bereichen Magenta.

Hinweise:
1. Die Graubalance wird bei Verwendung dieser beiden Multicolor-Modi zusätzliche Kanäle aufweisen, da die hellen oder dunklen Farben mit in die Gradationen und damit die Graubalancekurven aufgenommen werden.
2. Diese beiden Multicolor-Modi unterstützen auch die Profilierung von Lite-Inks, wie zum Beispiel helles und dunkles Cyan und Magenta. Grundsätzlich sollten helle und dunkle Farben besser im Drucker, beziehungsweise RIP, verarbeitet werden. Falls Sie aber nicht im RIP vorverarbeitet werden, sind besonders große Testcharts für die Profilierung erforderlich.
3. Es ist auch möglich, helles Grau mit Schwarz zu kombinieren, was bei einigen Druckverfahren, wie dem Flexodruck, auffällige Artefakte in den Lichtern maskieren kann. Auch in diesem Fall müssen geeignete Testcharts verwendet werden.

Wenige Farben generieren: Dieser Multicolor-Modus ist für den Verpackungsmarkt interessant, da hierbei die Farbseparationen so angelegt werden, dass zum Beispiel bei einem zu erzeugenden Rot-Farbton möglichst viel von einer rötlichen Sonderfarbe und sehr wenig bis gar kein Magenta und Gelb eingesetzt wird. Pro Farbsegment werden maximal zwei bis drei Farben verwendet, so dass dieser Multicolor-Modus auch zum Einsparen von Prozessfarben gut geeignet ist. Allerdings ist der Schwarzaufbau nicht steuerbar und wird mit dem (Separations-) Modus Maximales Schwarz aufgebaut.
Hinweis: Anders als mit den Multicolor-Modi Stark, Glatt und Nur CMYK benutzen haben Sie mit dem Multicolor-Modus Wenige Farben generieren keinen Einfluss auf die Schwarzerzeugung. Dementsprechend werden diese Einstellungsparameter ausgegraut.

Nur CMYK benutzen: Mit dieser Methode wird ein DeviceLink-Profil erstellt, das zwar die gewünschte Anzahl an Kanälen (zum Beispiel sieben Kanäle) erzeugt, jedoch nur aus CMYK aufgebaut ist. Die farbraumerweiternden Sonderfarbenkanäle werden in der Separation nicht benutzt, jedoch bei der Simulation von Farben durchaus verwendet.

Hinweise:
1.Im Verpackungsdruck besteht gelegentlich der Wunsch, dass mit CMYK aufgebaute Bilder und Vektoren, trotz Konvertierung in einen Multicolor-Farbraum, weiterhin mit möglichst nur minimal veränderten CMYK-Werten und ohne Sonderfarben aufgebaut werden. Nur Sonderfarben, die im PDF als DeviceN vorliegen (zum Beispiel Pantone-Farben), sollen in einem solchen Szenario in den großen Multicolor-Farbraum konvertiert werden. Ein solcher Workflow ist realisierbar, wenn in CoPrA mit der Multicolor-Methode 
Nur CMYK benutzen ein separationserhaltendes CMYK-zu-Multicolor-DeviceLink-Profil erstellt wird und anschließend eine Sonderfarbenkonvertierung der PDF-Dateien mit dem Farbserver ZePrA von ColorLogic erfolgt.
2. In CoPrA sind alle Einstellungen der Farberzeugung darauf ausgelegt, dass Schwarz in den Messdaten vorhanden ist. Dies gilt ebenso für die Ausnahmen. Alle Ausnahmen, die mit Schwarz zu tun haben (Grau, Schwarz, Duplex, Triplex, Schwarz überdrucken) verwenden Schwarz als vierten Kanal. Schwarz muss daher in den Messdaten oder ICC-Profilen als vierter Kanal vorhanden sein. 

Wenn dies nicht der Fall ist, wenn also beispielsweise Blau statt Schwarz im vierten Kanal vorhanden ist, beziehen sich alle Optionen im Reiter Farberzeugung und auch die Ausnahmen im Reiter Ausnahmen weiterhin auf den vierten – jetzt blauen – Kanal. Wenn in Ihren Messdaten Schwarz also nicht der vierte Kanal sein sollte wird dieser Kanal dennoch wie Schwarz behandelt. Auf diese Weise können Sonderfarben für die Berechnung der Graubalance und des Schwarzpunkts eingesetzt werden, was nicht immer wünschenswert ist.

Farbeigenschaften erhalten: Dieser Multicolor-Modus ist nur bei Multicolor-zu-Multicolor-DeviceLink-Profilen mit der gleichen Kanalanzahl für Quell- und Zielprofile verfügbar. Er bewirkt, dass sich die eingestellten Ausnahmen auf alle Multicolor-Kanäle beziehen und nicht nur auf die CMYK-Anteile.

Hinweis: Die Ausnahmen für Primärfarben wirken sich bei Verwendung des Multicolor-Modus Farbeigenschaften erhalten auf alle Kanäle aus. Bei den Ausnahmen für Sekundärfarben werden alle Zweifarben-Kombinationen reingehalten, nicht nur solche mit CMY-Anteilen.

Modus, GCR-Stärke und Farbeinsparung

Modus: Hier definieren Sie die Methode zur Erzeugung von Schwarz im Zielfarbraum und nehmen so global Einfluss auf die Separation. Im Drop-down-Menü stehen Ihnen acht Methoden zur Schwarzerzeugung zur Auswahl:

Auswahl des Modus

Zielprofil: Verwendet die Separation des Zielprofils.

UCR: Erlaubt es, den Schwarzstart und die Schwarzbreite einzustellen.

GCR: Erlaubt zusätzlich die Einstellung der GCR-Stärke.

Minimales Schwarz: Verwendet Schwarz nur minimal und sorgt für einen maximalen Buntaufbau.

Maximales Schwarz: Verwendet Schwarz maximal und sorgt für einen maximalen Unbuntaufbau. Diese Einstellung ist nur verwendbar, wenn auch das Modul Farbeinsparung erworben wurde (ab CoPrA XL).

Die Methoden UCR, GCR, Minimales Schwarz und Maximales Schwarz generieren eine neue Separation, unabhängig von der Separation des Zielprofils.

Separationserhaltend: Behält die Relation zwischen dem Schwarzkanal und dem aus CMY zusammengesetzten Schwarz bei.

Schwarzerhaltend: Linearisiert den Schwarzwert des Quellprofils und behält den Schwarzkanal bei.

Farbe sparen: Ersetzt CMY-Farben durch Schwarz, um Buntfarben zu sparen. Diese Einstellung ist nur verwendbar, wenn auch das Modul Farbeinsparung erworben wurde (ab CoPrA XL).

 

Hinweise zur Benutzung
Speziell für den Fall der Konvertierung zwischen zwei CMYK-Farbräumen ist der Schwarzerzeugungs-Modus Separationserhaltend ganz entscheidend, da hierbei das Verhältnis, mit dem Grau aus CMY und Schwarz aufgebaut wird, bei der Farbkonvertierung beibehalten wird.
Wenn Sie den Modus Separationserhaltend wählen, sollte Verstärkung der Tiefen immer aktiviert sein.

GCR-Stärke: Sie legt fest, wie viele CMY-Anteile durch Schwarz ersetzt werden. Bei 0 wird nur ein geringes GCR verwendet, das sich hauptsächlich in den Tiefen auswirkt und bei 100 ein sehr starkes GCR, das von den Tiefen bis in die Lichter hineinwirkt.

Startschwarz: Definiert den Startpunkt der Schwarzerzeugung. Wenn das Minimum an CMY diese Grenze überschreitet, wird Schwarz eingesetzt.

Schwarzbreite: Definiert den Raum außerhalb des farbneutralen Bereichs, in dem Schwarz generiert wird. Je niedriger dieser Wert, umso weniger Schwarz wird außerhalb des farbneutralen Bereichs erzeugt.

Farbeinsparung: Ersetzt CMY-Farben durch Schwarz, um Buntfarben zu sparen. Diese Einstellung ist nur verwendbar, wenn auch das Modul Farbeinsparung erworben wurde (ab CoPrA XL).

0 % Schwarz erhalten: Diese Einstellung ist verfügbar, wenn der Modus Separationserhaltend ausgewählt wurde. Sie verhindert die Erzeugung eines Schwarzkanals in Quellfarben ohne Schwarz. Für einige Überdrucken-Anwendungen ist dies wichtig.

Verstärkung der Tiefen: Diese Einstellung ist ebenfalls nur dann verfügbar, wenn der Modus Separationserhaltend ausgewählt wurde. Diese intelligente Einstellung verhindert Zeichnungsverluste und flaue Tiefen.

Benutzte Kanäle: Definiert die Kanäle, die in einem Profil verwendet werden und bietet eine schnelle und einfache Möglichkeit, Kanäle beim Separieren von Daten auszuwählen oder auszuschließen. Die Auswirkungen, die das Ein- oder Ausschließen von Kanälen auf die Kurven hat, werden sofort in der nebenstehenden Grafik visualisiert.

Hinweis: Wenn die Schwarzberechnung auf Zielprofil eingestellt ist, dann wird der Schwarzpunkt durch das Profil vorgegeben und die Funktion Benutzte Kanäle ist deaktiviert.

Standardmäßig werden alle Farben eines Profils verwendet. Um eine Farbe auszuschließen klicken Sie einfach auf das gewünschte farbige Symbol, dabei können mehrere Farben ausgeschlossen werden. Ausgeschlossen Farben werden ausgegraut dargestellt und sind mit einem X versehen. Um eine ausgeschlossenen Farbe wieder zu verwenden klicken Sie einfach erneut auf das farbige Symbol.

Hinweis: Funktioniert auch mit Multicolor-Profilen.

Hinweis: Bei Multicolor-Profilen ist die Funktion besonders intelligent, da sie beim Ausschluss eines Kanals (z. B. Cyan) in den Multicolor-Kanälen nach einer Ersatzfarbe sucht, die den fehlenden Kanal in der Graubalance ausgleichen kann. Die ersatzweise berechneten Multicolor-Kanäle werden im Bedienfeld Schwarzpunkt und TAC für den Schwarzpunkt ausgegraut angezeigt (siehe auch Screenshots dazu im Ausklappmenü Schwarzpunkt und TAC.

Beispiel: Wenn eine braune Schokoladenverpackung in CMYK ohne Verwendung von Cyan in der Separation gedruckt werden soll, kann ein CMYK-Druckerprofil erstellt werden, dass nur MYK verwendet. Ein solches Profil vermeidet unerwünschte Cyantöne in der Separation und die Farbkonvertierung dieser Verpackung würde optisch fast wie eine Konvertierung mit dem vollen CMYK-Profil erscheinen.

Grafik: Visualisiert die Auswirkungen aller Einstellungsänderungen auf die Kurven und zeigt eine Echtzeitvorschau der geladenen Daten.

Schwarzkontrollbereich

Der Schwarzkontrollbereich nimmt Einfluss auf den Wertebereich beim Übergang zum Schwarz. Wenn Schwarz das Limit übersteigt, werden die Farben nicht geändert und Schwarz wird linear hinzugefügt. Ein Wert von 0 % zeigt an, dass nur CMY umgewandelt und Schwarz linearisiert wird. Bis zum angegebenen Wert wird das Schwarz exakt berechnet.

Für einen Proof, bei dem eine exakte farbmetrische Wiedergabe das Ziel ist, sollte der Regler bei 100 % stehen. 80 % ist ein typischer Wert, um einen möglichst glatten Übergang in den Tiefen zu erreichen. Wir empfehlen, die Checkbox Automatisch zu aktivieren.

 

Schieberegler für den Schwarzkontrollbereich

Schwarzpunkt und TAC

Im Bedienfeld Schwarzpunkt und TAC definieren Sie sowohl den Gesamtfarbauftrag (TAC) als auch den Schwarzpunkt (Schwarz-TAC). Der Schwarz-TAC definiert den dunkelsten Farbwert in einem Profil – in der Regel ist dies gleichzeitig der Wert mit dem maximalen Farbauftrag (TAC).

Unter Vorgabe befindet sich neben jedem farbigen Symbolen ein Zahlenfeld, dass die im Profil verwendete Tintenmenge anzeigt. Je nach ausgewählter Schwarzberechnung sind die Zahlenfelder entweder aktiviert oder ausgegraut.

Schwarzberechnung: Bei der DeviceLink-Profilierung können Sie aus vier verschiedenen Einstellungen auswählen:

Methoden für die Schwarzberechnung

Automatisch: Mit dieser Einstellung erfolgt die Berechnung des optimalen Schwarzpunkts unter Berücksichtigung der Messdaten. Dabei werden die von Ihnen vorgegebenen Schwarz-TAC– und Maximalschwarz-Werte als Grenzwerte betrachtet, die zwar nicht über-, aber unterschritten werden dürfen, wenn dies rechnerisch möglich ist.

Es werden alle Kanäle verwendet, um den Schwarzpunkt (Schwarz-TAC) zu erzeugen, daher ist die Bearbeitung der Kanäle deaktiviert. In diesem Modus werden neben den ersten vier Kanälen (in der Regel CMYK) keine Multicolor-Kanäle verwendet.
Hinweis: Falls Sie keine Vorgabe für den Schwarz-TAC haben, empfehlen wir 400 % als Startwert für die automatische Berechnung.

Neutrales-CMY: Gleicht die CMY-Werte an einen von Ihnen definierten Maximalschwarz-Wert an, um einen neutralen Schwarzpunkt zu erzeugen. Dazu sollten Sie den Schwarz-TAC und das Maximalschwarz auf die für Ihren Bedruckstoff idealen Werte einstellen. Die beiden Werte werden als Richtwerte für die Separation verwendet, können aber unterschritten werden.
Ermöglicht die Anpassung des Schwarz-Kanals (oder prinzipiell des vierten Kanals) und den Multicolor-Kanälen.

Hinweis zum Ausschließen von Kanälen:
Grundsätzlich ermöglicht Neutrales-CMY die Bearbeitung des Schwarz-Kanals (oder prinzipiell des vierten Kanals) und den Multicolor-Kanälen. Die CMY-Kanäle werden ausgegraut (siehe Screenshot).

Wenn jedoch ein Kanal ausgeschlossen wird, wird in den Multicolor-Kanälen nach einer Ersatzfarbe gesucht, die den fehlenden Kanal in der Graubalance ausgleichen kann. Die ersatzweise berechneten Multicolor-Kanäle werden im Bedienfeld Schwarzpunkt und TAC für den Schwarzpunkt ausgegraut (siehe Screenshot).

Vorgabe: Mit dieser Einstellung können Sie den Schwarzpunkt im Eingabefeld Vorgabe als CMYK-Werte definieren. Der Schwarz-TAC-Wert wird daraufhin neu berechnet.
Ermöglicht die Bearbeitung aller Kanäle, es können also auch die Multicolor-Kanäle angepasst werden.

Hinweise:
1. CoPrA berechnet den Lab-Wert auf Grundlage Ihrer Vorgabewerte. Damit können Sie sofort sehen, welche Auswirkungen sich durch Änderungen der Vorgabewerte ergeben. Falls Sie die Empfehlung von CoPrA bevorzugen, wählen Sie die Einstellungen Neutrales-CMY oder Automatisch.
2. Bei Multicolor-Profilen mit mehr als vier Kanälen können Sie neben den ersten vier Kanälen (typischerweise CMYK) auch die Multicolor-Kanäle für den Schwarzaufbau einsetzen. Der maximale Gesamtfarbauftrag (TAC) kann jedoch nicht mehr als  400 % betragen. Mit den Einstellungen Neutrales-CMY und Vorgabe können Werte für die Multicolor-Kanäle manuell eingegeben werden, die dann zur Berechnung des Schwarz-TAC verwendet werden. In den meisten Fällen ist das nicht erforderlich, aber manchmal kann ein dunkler Multicolor-Kanal den Kontrast und die Zeichnung erhöhen. Dies kann leicht durch eine manuelle Eingabe von Werten in die Multicolor-Kanäle anhand der resultierenden Lab-Werte (unterhalb der Zahlenfelder) überprüft werden. Wenn sich der L*-Wert durch die Verwendung eines bestimmten Multicolor-Kanals verringert, während die a*b*-Werte im Wesentlichen unverändert bleiben, ist es sinnvoll, diesen Kanal zu nutzen.  Allerdings verwendet die Graubalance des Profils dann auch mehr als vier Kanäle.

Hinweis: Bei den Einstellungen Automatisch und Neutrales-CMY stellen neutrale a*– und b*-Werte die Grundlage der Schwarzberechnung dar. Wenn Sie für die Schwarzberechnung die Einstellung Vorgabe wählen, können Sie den Schwarzpunkt unabhängig von einer erzielbaren Neutralität dieser beiden Werte einstellen.

Zielprofil: Berechnet den Schwarzpunkt mit den Werten aus dem Zielprofil. Die aus dem Profil berechneten Werte  werden angezeigt und die Regler ausgegraut.

 

Gesamtfarbauftrag (TAC) und Schwarz-TAC
Viele moderne Drucksysteme ermöglichen einen Schwarzpunkt mit immer geringerem Farbauftrag. Teilweise kann die dunkelste Tiefe mit reinem Schwarz gedruckt werden, d. h. im Extremfall kann bereits ein Schwarzpunkt von nur 100 % K ausreichend sein. Natürlich ist so ein niedriger Gesamtfarbauftrag nicht für andere Farbbereiche geeignet – damit könnten Sie nicht einmal ein Vollton-Rot drucken! Daher haben wir den Schwarz-TAC vom Gesamtfarbauftrag (TAC) getrennt. Dies ermöglicht eine optimale Einstellung für die Schwarzpunktberechnung, ohne den Farbraum einzuschränken.

TAC: Hier geben Sie den maximalen Gesamtfarbauftrag an (Wertebereich: 0 bis 400 %). Dieser Wert darf nicht überschritten werden.
Hinweis: Die Regler für den TAC und den  Schwarz-TAC begrenzen sich bei der Einstellung gegenseitig, so dass der TAC nie niedriger als der Schwarz-TAC sein kann (er kann jedoch höher sein).

Schwarz-TAC: Der Wert, der sich aus Ihren Einstellungen für den Schwarzpunkt ergibt, wird nach kurzer Berechnung unter dem Textfeld Vorgabe neben dem berechneten Lab-Wert in Prozent angezeigt (rote Umrahmung im unteren Screenshot).

Der Lab-Wert ist besonders praktisch, um die Auswirkung einer Änderung des Gesamtfarbauftrages oder des Schwarz-TAC auf den Schwarzpunkt beurteilen zu können. Je kleiner der L*-Wert, desto tiefer das Schwarz und umso höher der Kontrast.

Maximalschwarz: Hier geben Sie die durch die Separation maximal zu verwendende Menge an schwarzer Druckfarbe/Tinte an (Wertebereich: 0 bis 100 %).

TAC und Schwarz-TAC können in CoPrA getrennt voneinander eingestellt werden
Bei traditionell arbeitenden Drucksystemen sind der durch die Separation erzeugte Gesamtfarbauftrag (TAC) und der Schwarzpunkt-TAC identisch. Jedoch zeigt sich sowohl bei industriellen Druckanwendungen als auch bei vielen Digitaldrucksystemen, dass der Schwarzpunkt viel niedriger gewählt werden kann als der Gesamtfarbauftrag. Eine Trennung der beiden Werte ist notwendig, um eine gute Graubalance mit hohem Kontrast bei dennoch hochgesättigten Farben erzielen zu können.

Die Vorteile eines getrennt einstellbaren Schwarz-TAC
Wie wichtig es ist, den Schwarz-TAC getrennt vom Gesamtfarbauftrag (TAC) einstellen zu können möchten wir anhand eines Digitaldrucksystems verdeutlichen. Nehmen wir an, dass Sie den Schwarz-TAC nicht gesondert einstellen könnten und mit identischen Werten für TAC und Schwarz-TAC auskommen müssten. Wenn Sie dann die Einstellung Automatisch für die Schwarzpunktberechnung verwenden und einen TAC von 300 % angeben (und somit auch einen Schwarz-TAC von 300 %), berechnet Ihnen CoPrA den besten Schwarzpunkt für diesen Fall. Es resultiert ein Gesamtfarbauftrag von 275 % mit einem neutralen Schwarzpunkt (a* und b* sind jeweils 0), der allerdings mit einem recht hellen L* von 22 verbunden ist (im Screenshot rot umrandet).

CoPrA ermöglicht es jedoch den Schwarz-TAC getrennt vom Gesamtfarbauftrag (TAC) einzustellen. Da reines Schwarz in Digitaldrucksystemen bei einigen Systemen als dunkelste druckende Farbe verwendet wird, können Sie den Schwarz-TAC auf 100 % reduzieren und einen Schwarzpunkt mit einem deutlich dunkleren L*-Wert von 9.8 erzielen. Mit der getrennten Einstellung des Schwarz-TAC kann also ein deutlich höherer und besserer Kontrast erreicht werden, als mit der Verwendung eines an den TAC gekoppelten Schwarz-TAC von 300 %. Mit der Wahl eines Gesamtfarbauftrages (TAC) von 300 % stellen Sie zudem sicher, dass hochgesättigte Farben dargestellt werden können. Ohne Trennung der beiden TAC-Werte sind diese gezielten Einstellungen nicht möglich.

Profileinstellungen

Format, Größe und Weiterverarbeitung

Im letzten Schritt der DeviceLink-Erstellung können Sie einen Namen vergeben, sowie Format und Größe des Profils festlegen (siehe Screenshot).

Name: Geben Sie einen Namen für das Profil ein.

Format: Hier legen Sie das Format für das Profil fest. Als Grundeinstellung ist ein ICC-Format gemäß der Spezifikation v2 zu empfehlen. Sie können aber auch das neuere ICC v4-Format wählen. Dabei müssen Sie jedoch sicherstellen, dass Ihre Programme dieses Format auch richtig unterstützen.
Hinweis: Profile im ICC v4-Format werden in ColorLogic-Produkten konsistent und richtig verwendet.

Größe: Die Einstellung Groß ist eine gute Wahl. Mit der Größe legen Sie die Anzahl der Stützstellen im Profil fest und bestimmen den Platzbedarf des generierten Profils. Kleine Profile sollten nur zu Testzwecken verwendet werden. Sehr große Profile können bei einer Nutzung in nachfolgenden Programmen die Verarbeitung verlangsamen. Darüber hinaus können einige Programme nicht mit sehr großen Profilen umgehen.

Weiterverarbeitung

Profil-Report erstellen: Wir empfehlen, diese optionale Einstellung zu aktivieren. Der PDF-Report enthält Statistiken zur Darstellung von Graubalancen, Farbkurven, Farbumfängen sowie Farbauszüge aus konvertierten Testdateien und gibt Ihnen so einen Überblick über die Qualität Ihres Profils.

Preview-Profile speichern: Wenn Sie diese Checkbox aktivieren, wird zusätzlich zum DeviceLink-Profil ein ICC-Preview-Profil aus Ihrer gewählten DeviceLink-Kombination generiert, welches Sie als Softproof-Profil in Adobe Photoshop verwenden können.
Hinweis: Preview-Profile sind ausschließlich für Proofanwendungen geeignet. Beim Erstellen von DeviceLinks aus editierten Testcharts kann ein Preview-Profil nur dann erstellt werden, wenn bei der Editierung die benötigten Informationen zu den Quell- und Zielprofilen bekannt sind.

Profile einbetten: Schließt die benutzen Quell- und Zielprofile physisch in das DeviceLink ein. Diese Funktion ist mit Vorsicht zu genießen und nur dann sinnvoll, wenn das DeviceLink auf einen anderen Computer übertragen werden soll, auf dem die entsprechenden Quell- und Zielprofile nicht verfügbar sind. Diese Option ist hauptsächlich für eine bestimmte RIP-Lösung eingebaut worden, die DeviceLinks nur dann akzeptiert, wenn Quell- und Zielprofile eingebunden sind.

Speichern: Erstellt das Profil und speichert es im Ordner Profiles (macOS) bzw. color (Windows) ab. (macOS: /Users/Username/Library/ColorSync/Profiles, Windows: C:\\Windows\\System32\\spool\\drivers\\color). Verschlüsselte und Demo-Profile werden an einem anderen Ort gespeichert, der nur von ColorLogic-Produkten verwendet wird.

Hinweis: CoPrA-SP-Profile werden im Unterordner Licensed-Profiles im ColorLogic-Ordner gespeichert.

Preview-Profile (Vorschauprofile)

Einführung: Softproof mit Preview-Profilen

Preview-Profile ermöglichen den Softproof von Bilddateien bei der DeviceLink-Profilierung und der Multicolor-Druckerprofilierung, ohne die Datei dafür tatsächlich konvertieren zu müssen. So wird es zum Beispiel möglich, eine echtfarbige Darstellung von Bildern zu erhalten, die in den Multicolor-Farbraum konvertiert werden sollen, um schon vor der Multicolor-Konvertierung überprüfen zu können, welche Ergebnisse erzielt werden würden (mehr dazu finden Sie weiter unten im Text). Gleiches gilt für die DeviceLink-Konvertierung. Auch hier kann in Photoshop an den Originaldaten mit Hilfe des DeviceLink-Preview-Profils überprüft werden, wie die eigentliche Konvertierung mit diesem DeviceLink visuell aussehen würde.

Preview-Profile können bei der Profilerstellung gleichzeitig mit den eigentlichen Profilen erstellt und gespeichert werden. Aktivieren Sie hierfür die Checkbox Preview-Profile speichern (siehe Screenshots). Preview-Profile erhalten das Suffix “preview” im Profilnamen und werden im Ordner Profiles (macOS) bzw. color (Windows) gespeichert (macOS: /Users/Username/Library/ColorSync/Profiles, Windows: C:\Windows\System32\spool\drivers\color). Durch einen Rechtsklick auf das (Preview-) Profil im Profile Manager und Wahl des Kontextmenüeintrags Datei anzeigen gelangen Sie direkt zum Speicherort des gewählten (Preview-) Profils.

Erstellen von Preview-Profilen bei der Multicolor-Druckerprofilierung.

Erstellen von Preview-Profilen bei der DeviceLink-Profilierung.

Das erstellte Preview-Profil ist ein Druckerprofil, dass den gleichen Farbraum hat, wie das Quellprofil des DeviceLinks. Sie können es als Softproof-Profil verwenden, zum Beispiel in Adobe Photoshop. Preview-Profile können Sie für folgende DeviceLink-Kombination erstellen: RGB-zu-CMYK, RGB-zu-Multicolor, CMYK-zu-CMYK und CMYK-zu-Multicolor.

Hinweis: Für DeviceLink-Profile mit mehr als vier Kanälen als Quellfarbraum können keine Preview-Profile erstellt werden, da in Adobe Photoshop nur Preview-Profile der Farbräume Grau, RGB oder CMYK genutzt werden können. Multicolor-Druckerprofile sind davon nicht betroffen, da diese immer RGB-Profile sind und somit in Photoshop verwendet werden können.

Beispiele: Wenn Sie Ihre RGB-Bilddaten im RGB-Modus an die gewünschte CMYK-Druckbedingung anpassen möchten, können Sie das Preview-Profil Ihres RGB-zu-CMYK-DeviceLinks als Softproof-Profil in Adobe Photoshop verwenden, um zu überprüfen, wie das Bild nach der Konvertierung aussehen würde. Auf diese Weise können Sie gezielte RGB-Korrekturen durchführen, ohne die RGB-Datei frühzeitig konvertieren zu müssen. Gerade im Hinblick auf die RGB-Bilddatenhaltung in medienneutralen Workflows ist ein Preview-Profil eine sehr hilfreiche Funktion.

Für Multicolor-Druckerprofile lassen sich zudem auch Preview-Profile erstellen, die es ermöglichen, eine Echtfarbsimulation der Farbdarstellung vor Anwendung des Multicolor-Profils zu erhalten. Zwar ermöglicht es Adobe Photoshop ab Version CS4 Bilddaten mit Multicolor-Profilen zu konvertieren, jedoch ist die Farbdarstellung von Mehrkanal-Dateien nicht echtfarbig. Eine Echtfarbdarstellung ist bisher nur mit zusätzlichen Plug-ins und einem erhöhten Arbeitsaufwand möglich. Mit der Preview-Profil-Funktion wird ein RGB-Druckerprofil erstellt, das die gleiche farbliche Wiedergabe erzeugt, wie das eigentliche Multicolor-Profil. Dieses Preview-Profil können Sie im Softproof auf Ihre Originalbilddaten anwenden.

Hinweis: Preview-Profile sind nur für den Softproof gedacht und sollten auf keinen Fall für die eigentliche Konvertierung genutzt werden. Ein Preview-Profil gibt eine gute visuelle Vorschau über das zu erwartende Ergebnis einer DeviceLink-Konvertierung, jedoch können die Spezialfunktionen eines DeviceLinks nicht 100 %ig nachgebildet werden, zum Beispiel die tatsächliche Reinhaltung von Farben.

Verwenden von Preview-Profilen für DeviceLinks in Adobe Photoshop

  1. Öffnen Sie die originalen Bilddaten, die Sie mit einem DeviceLink-Profil konvertieren wollen in Adobe Photoshop.
  2. Weisen Sie dieser Bilddatei entweder das Preview-Profil aus CoPrA zu, oder wählen Sie es im Dialog Customize Proof Condition als Device to Simulate aus (siehe Screenshot).
    Hinweis: Beachten Sie, dass sich der Farbraum des Preview-Profils nach dem Farbraum des Quellprofils des DeviceLinks richtet. Bei RGB-zu-CMYK-DeviceLinks ist dies ein RGB-Preview-Profil, bei CMYK-zu-CMYK-DeviceLinks ist es ein CMYK-Preview-Profil.
  3. Aktivieren Sie hier unbedingt Preserve CMYK Numbers, um eine annähernd 1:1-Vorschau der zu erwartenden farblichen Ergebnisse der DeviceLink-Konvertierung zu erhalten.

Hinweis: Pipettenwerte entsprechen nicht der finalen DeviceLink-Konvertierung. Nur die farbliche Darstellung im Softproof entspricht der finalen DeviceLink-Konvertierung.

Verwenden von Multicolor-Preview-Profilen in Photoshop

  1. Öffnen Sie die originalen Bilddaten, die Sie mit einem Multicolor-Druckerprofil konvertieren möchten (zum Beispiel ein RGB-Bild).
  2. Wählen Sie das Preview-Profil aus CoPrA im Dialog Customize Proof Condition als Device to Simulate aus. Sie finden das Profil in der Liste der RGB-Profile. Die Namensgebung richtet sich nach dem Multicolor-Profilnamen: Profilname_preview.icc.
  3. Wählen Sie den gewünschten Rendering Intent und deaktivieren Sie die Checkbox Preserve RGB/CMYK Numbers.

Hinweis: Pipettenwerte entsprechen nicht der finalen DeviceLink-Konvertierung. Nur die farbliche Darstellung im Softproof entspricht der finalen DeviceLink-Konvertierung.

Profilereporte

Profilreporte können beim Erstellen von Drucker- oder DeviceLink-Profilen sehr einfach mit erstellt werden. Aktivieren Sie dazu im letzten Schritt der Profilerstellung die Checkbox Profil-Report erstellen oder beim Aktualisieren von Profilen die Checkbox Profilvergleichs-Report erstellen.

Die Reporte beinhalten je nach Profiltyp unterschiedliche statistische Daten, zum Beispiel zur Genauigkeit des Profils (Integrity, Precision, Black Point, White Point usw.), sowie Gamut- und Kurvendarstellungen (Graubalance, Gradienten usw.), Konvertierungen von Testbildern, Kanalauszüge und Farbfelder zur Beurteilung der Glätte oder der Reinheit von Farben. Auf diese Weise helfen Profilreporte dabei, eventuelle Artefakte zu erkennen.

Profilreporte können Sie in der Batch-Übersicht oder im Profile Manager jederzeit nachträglich erstellen – dies ist übrigens nicht auf ColorLogic-Profile beschränkt.

Unter Einstellungen können Sie festlegen, ob Sie einen PDF-Report mit Beispielbildern oder einen XML-Report mit den reinen Daten erstellen möchten.

Hinweis: Wenn beim Aktualisieren eines Profils ein Profilvergleichsreport erstellt wird, werden die Messdaten des Aktualisierungstestcharts mit den Werten des ursprünglichen Profils (Referenzprofil) verglichen.

Wenn zusätzlich die beiden Checkboxen Aufhellerkorrektur und Messdatenkorrektur aktiviert wurden, dann werden nicht die Messwerte des Aktualisierungstestcharts zum Vergleich mit dem Referenzprofil verwendet, sondern die Werte, die mit diesen Optionen modifiziert wurden.