Sonderfarben-Iteration

Iteration von Sonderfarben zum verbessern oder erhalten der Qualität

Sonderfarben-Iteration in ZePrA

Bei der Sonderfarben-Iteration werden die von ZePrA konvertierten Sonderfarben zunächst auf dem Drucker ausgedruckt, der für den Druckauftrag verwendet werden soll. Anschließend werden Testcharts gemessen und Farbunterschiede so lange optimiert (in deltaE2000), bis sich die gemessenen deltaE-Werte innerhalb der gewünschten Toleranzen befinden. Bereits das einmalige Ausdrucken eines Testcharts und Anwenden der Sonderfarben-Iteration führt zu einer verbesserten Wiedergabe der Sonderfarben und ist in der Regel nah am Optimum für diesen Drucker. 

Warum kann eine Sonderfarben-Iteration erforderlich werden?

Grundsätzlich berechnet ZePrA bereits die bestmögliche Farbkonvertierung basierend auf dem unter Konfiguration/Zielfarbraum festgelegten Zielprofil. Allerdings divergieren Drucker, Tinten und Papiere mit der Zeit, so dass es immer einige Abweichungen von dem Zustand gibt, in dem der Drucker profiliert wurde. Bei der Sonderfarben-Iteration wird zunächst gemessen, wie konvertierte Sonderfarben im aktuellen Zustand des Druckers tatsächlich gedruckt werden, anschließend werden dann die deltaE2000-Werte optimiert. Der Iterations-Report gibt an, welche Farben verbessert werden und wo Beschränkungen aufgrund des Farbumfanges oder der Sonderfarben-Berechnungsmethode auftreten, so dass Farben nicht weiter optimiert werden können, oder, ob zusätzliche Iterationsschritte empfohlen werden.

Vorgehensweise

Öffnen Sie das Werkzeug Sonderfarben-Iteration, entweder unter Konfigurationen im Reiter Sonderfarben, oder im Menü Werkzeuge, und führen Sie dann die beschriebenen Schritte aus. Für die Verwendung dieses Werkzeugs ist eine Lizenz für das Sonderfarbenmodul erforderlich.

Schritt 1: Wählen Sie die Konfiguration, die Sie für den Druck verwenden möchten. In dieser Konfiguration muss die Option Sonderfarben konvertieren aktiviert werden.

Hinweise: Der beste Ansatz für die Iteration von Sonderfarben ist, die Berechnungsmethode für die entsprechende Konfiguration auf Höchste Genauigkeit oder Visuelle Genauigkeit einzustellen.

Die Berechnungsmethode So wenig Kanäle wie möglich verwenden ist für die Iteration von Sonderfarben möglicherweise unzureichend. Wichtig: Die Iteration von Sonderfarben funktioniert nicht, wenn für die Sonderfarbenkonvertierung die Option Konvertieren mit PDF-Ersatzfarbe und Berechnungsvorschrift gewählt wurde.

Schritt 2: Wählen Sie die Quelle der Sonderfarben, die Sie optimieren möchten. Sie können entweder eine PDF-Datei mit Sonderfarben oder eine komplette Sonderfarbenbibliothek wählen. Im folgenden Beispiel werden wir eine PDF-Datei mit Sonderfarben als Quelle verwenden.

Schritt 3: Hier wird eine druckbare Testchartdatei entweder aus einer PDF- oder Bilddatei oder einer Sonderfarben-Bibliothek erstellt. Wenn Sie z. B. eine PDF-Datei als Quelle wählen, und Sie auf die Schaltfläche Speichern klicken, extrahiert ZePrA alle Sonderfarben (Volltöne), die in der Datei verwendet werden und konvertiert sie anhand der ausgewählten Konfiguration. In diesem Schritt wählen Sie eine Messgerät-Einstellung für Ihr Messgerät. Im Speichern-Dialog können Sie entweder eine PDF- oder eine TIFF-Datei Ihres Testcharts erstellen, die die Sonderfarben als für Ihr Messgerät optimierte Streifen enthält. Außerdem wird die zugehörige Referenzdatei für die Messung erstellt. Die neu erstellte Testchartdatei muss auf dem Drucker ausgedruckt werden, der für den Druckauftrag verwendet werden soll.

Hinweise: Das Testchart enthält die konvertierten Sonderfarben wie in der Konfiguration festgelegt unter Verwendung der Konvertierungseinstellungen und Berechnungsmethode, die im Reiter Sonderfarben definiert wurden.

Schritt 4: Drucken Sie das Testchart auf Ihrem Drucker aus. Wenden Sie beim Drucken des Testcharts kein Farbmanagement an.

Schritt 5: Messen Sie anschließend das ausgedruckte Testchart mit ColorAnt/Measure Tool oder einer anderen geeigneten Software. Die erforderliche Referenzdatei, die für die Messung der Sonderfarben benötigt wird, wird in Schritt 3 angezeigt. Klicken Sie auf Messen, um das Measure Tool in ColorAnt zu öffnen. Die Referenzdatei wird automatisch vorausgewählt, so dass sie das Measure Tool sofort für Messungen mit Ihrem Messinstrument verwenden können. Weitere Informationen darüber, wie Sie das Measure Tool in Kombination mit Ihrem Messinstrument verwenden, finden Sie in der Online-Hilfe. Alternativ können Sie die bereitgestellte Referenzdatei auch für Messungen mit einer anderen geeigneten Software verwenden.

Schritt 6: Dieser Schritt ist optional, wird aber dringend empfohlen. Klicken Sie auf Report speichern, um einen Sonderfarben-Iterationsreport zu erstellen. Der Report enthält Informationen über die erzielten und gemessenen deltaE-Werte.

Die letzte Spalte des Reports – Status – zeigt Statusinformationen über Verbesserungen, Empfehlungen für die weitere Vorgehensweise oder Warnungen. Wenn der deltaE00-Wert bereits sehr niedrig (kleiner als 1) und eine weitere Optimierung nicht erforderlich ist, wird die Farbe grün markiert. Farben, die gelb markiert sind, weisen Werte höher als 1 aber unter 2 dE00 auf und orange-markierte Farben haben Werte, die höher als 2 dE00 liegen. Bei Farben, die durch eine Iteration verbessert wurden steht die Verbesserung in deltaE in Klammern hinter dem Status. Wenn Sonderfarben außerhalb des Farbraums liegen, oder eine Optimierung aufgrund von Beschränkungen aus der ausgewählten Konfiguration nicht möglich ist, werden diese Farben entsprechend markiert. Eine Legende unter der Tabelle des Reports erklärt die verschiedenen Status. Wird eine Farbe als optimierbar gekennzeichnet, zeigt der in Klammern dahinterstehende Wert die zu erwartende maximale Verbesserung in deltaE an.

Schritt 7: Beim Klicken auf die Schaltfläche Anwenden werden die optimierten Sonderfarben auf Basis der Messdaten berechnet und in der Konfiguration angewendet. Aktivieren Sie die Checkbox Alle Sonderfarben iterieren nur dann, wenn Sie alle Sonderfarben iterieren möchten. Wir empfehlen, die Checkbox deaktiviert zu lassen, damit nur solche Sonderfarben optimiert werden, die auch sinnvoll verbessert werden können. Sonderfarben, die bereits als „gut“ im Report markiert wurden, werden korrekterweise nicht weiter optimiert, wenn die Checkbox ausgestellt ist.

Nach einer erfolgreich angewendeten Sonderfarben-Iteration wird eine Nachricht als Feedback für den Anwender angezeigt.


In der Konfiguration finden Sie die optimierten Gerätewerte (Zielwerte in der Spalte Wert) in der Tabelle des Reiters Sonderfarben. Sie werden in der Spalte Information als Iteriert aufgeführt.

Experten-Tipps: Es ist sinnvoll, die Tabelle mit den optimierten Sonderfarben des Reiters Sonderfarben zu Exportieren. Das gibt Ihnen die Möglichkeit, auf diese Werte zurückzugreifen, wenn Sie weitere Iterationen vornehmen oder einige Werte manuell ändern. Falls Sie zu den ursprünglichen, nicht-iterierten Werten zurückkehren möchten, nutzen Sie den Reset-Knopf im Dialog der Sonderfarben-Iteration. Dies löscht die als iteriert markierten Farben aus der Tabelle.

Zusätzliche Hinweise

Wenn Sie die Verbesserungen in Bezug auf die deltaE2000-Werte nach Schritt 7 beurteilen möchten, müssen Sie die optimierten Sonderfarben noch einmal ausdrucken. Klicken Sie dazu auf die Speichern-Schaltfläche in Schritt 3 des Dialogs Sonderfarben-Iteration, um eine neue Testchartdatei mit den optimierten Gerätewerten und eine neue Referenzdatei zu erzeugen. Bitte denken Sie daran, diese zweite Testchart-Datei zum Drucken und Messen zu verwenden und nicht die erste! Nach dem Messen und dem Speichern des neuen Reports, können Sie die verbesserten deltaE00-Werte begutachten. Sie können sogar mit dem Iterieren fortfahren, indem Sie einfach die Schaltfläche Anwenden in Schritt 7 anklicken. Wenn die deltaE-Werte in Ordnung sind und weitere Iterationen nicht empfohlen werden, schließen Sie einfach den Dialog, ohne die neuen Messungen anzuwenden.

Falls in der ausgewählten Quelldatei Sonderfarben enthalten sind, die in der gewählten Konfiguration nicht berücksichtigt werden, erhalten Sie in Schritt 3 eine Job-Warnung und das Testchart kann nicht erstellt werden. Wir empfehlen deshalb, vor der Iteration die Quelldatei mit den Sonderfarben mit der gewünschten Konfiguration zu konvertieren oder im Sonderfarben-Report zu prüfen, um sicher zu stellen, dass die Einstellungen in der Konfiguration korrekt sind.

Wenn Sie für Schritt 3 der Iteration das Erstellen des Testcharts für Ihr Messgerät optimieren wollen, können Sie sich mit Hilfe des Werkzeugs Chart exportieren http://onlinehelp.colorlogic.de/de/2016/10/06/colorant-charts-exportieren/ in ColorAnt eine eigene Voreinstellung anlegen. Diese ist nach dem Beenden und neu Öffnen des Dialogs Sonderfarben-Iteration im Drop-down-Menü Messgerät-Einstellung verfügbar.

 

Die vom MeasureTool an ZePrA in Schritt 5 übertragenen Messdaten werden für die spätere Verwendung in dem für alle Benutzer freigegebenen Ordner ColorLogic/SpotColorMeasurements gespeichert (unter Windows: C:\Users\Public\Documents\ColorLogic\SpotColorMeasurements.

Unter Mac: \Benutzer\Geteilt\ColorLogic\SpotColorMeasurements).