Optionen

Anpassen der Dateiverarbeitungs-Optionen

Anpassen der Dateiverarbeitungs-Optionen

Rendering Intents

Tiefenkompensierung: Um sicherzustellen, dass bei Verwendung des relativ farbmetrischen Rendering Intents eine qualitativ hochwertige Farbkonvertierung ohne Detailverlust in den Tiefen erfolgt, ist die Tiefenkompensierung standardmäßig aktiviert. Dies ist besonders wichtig in PDF-Dokumenten, da Relativ farbmetrisch mit Tiefenkompensierung in PDF-Dateien vor PDF 2.0 nicht unterstützt wird. PDF 2.0 und höher unterstützt die Tiefenkompensierung – siehe Abschnitt unten.

Typischerweise wird der Rendering Intent, der beim Konvertieren oder Anzeigen von PDF-Dateien verwendet werden soll, zusammen mit dem eingebetteten ICC-Profil jedes Objekts definiert und von der PDF-erzeugenden Anwendung festgelegt. In solchen Anwendungen ist der standardmäßige Rendering Intent in der Regel auf Relativ farbmetrisch mit Tiefenkompensierung eingestellt, aber aufgrund der fehlenden Unterstützung wird dies in älteren PDF-Dateien zu Relativ farbmetrisch (ohne Tiefenkompensierung), was zu Detailverlusten in den Tiefen nach der Konvertierung führt. Aus diesem Grund ist die Tiefenkompensierung eine separate Option in den Einstellungen vieler PDF-Anwendungen.

Hinweis: Wenn Sie Bilder oder PDF-Dokumente für den Proof mit dem relativ farbmetrisch Rendering Intent farbig konvertieren möchten (zum Beispiel weil Sie für den Produktionsdruck und den Proofdruck dasselbe Papier verwenden), deaktivieren Sie die Checkbox Tiefenkompensierung.   

Hinweis: Wenn die Checkbox Tiefenkompensierung deaktiviert ist, werden alle Farbkonvertierungen, die mit dem relativ farbmetrischen Rendering Intent durchgeführt werden nicht mit einer Tiefenkompensierung durchgeführt, was zu einer Überfüllung der Tiefen führen kann. Um dies bei der Konvertierung vom Dokument– in den Zielfarbraum zu vermeiden, verwenden Sie bitte SmartLink in Kombination mit der Rendering-Einstellung Schwarzkompensation.

Tiefenkompensierung mit PDF 2.0-Dateien
Moderne PDF 2.0-Dateien unterstützen die Tiefenkompensierung in Kombination mit dem relativ farbmetrischen Rendering Intent. Die Tiefenkompensierung kann in PDF 2.0 drei Zustände aufweisen: Ein, Aus, Standard. Standard bedeutet, dass anwendungsspezifische Einstellungen verwendet werden, zum Beispiel Einstellungen, die in ZePrA definiert wurden.

  • Wenn die Checkbox Tiefenkompensierung für die Verarbeitung einer PDF 2.0-Datei aktiviert ist, wird die Tiefenkompensierung auf alle Objekte des PDF (wie Bilder, Vektoren, Text, Schattierungen) mit relativ farbmetrischem Rendering für die Zustände Ein und Standard angewendet. Die Tiefenkompensierung wird nicht für Objekte mit ausgeschaltetem Zustand verwendet.

  • Wenn jedoch beide Checkboxen – Tiefenkompensierung und Rendering Intents aus PDF-Dateien ignorieren – aktiviert sind, wird immer die Tiefenkompensierung verwendet.

Rendering Intent aus PDF-Dateien ignorierenWenn Sie im Reiter Bilder/Vektoren die Checkbox Eingebettete Profile/Intents anwenden  aktivieren, werden sowohl das eingebettete ICC-Geräteprofil als auch der in der PDF-Datei eingebettete Rendering Intent berücksichtigt. Wenn Rendering Intents aus PDF-Dateien ignorieren deaktiviert ist (Standardeinstellung in ZePrA), werden die in jedem PDF-Dokument für jedes Objekt definierten Rendering Intents verwendet, während die im Reiter Bilder/Vektoren definierten ignoriert werden. Diese Option gilt nur für PDF-Dateien. Für Bilddateien (PSD, JPEG, TIFF) werden immer die im Reiter Bilder/Vektoren definierten Rendering Intents verwendet.

Durch Aktivieren der Checkbox Rendering Intents aus PDF-Dateien ignorieren wird verhindert, dass der Rendering Intent der PDF-Datei verwendet wird, wodurch die in ZePrA unter Bilder/Vektoren voreingestellten Rendering Intents die Priorität erhalten. Beachten Sie, dass dann die Rendering-Einstellungen nicht mehr den PDF/X-Regeln entsprechen.

Bildqualität

Übersicht

Kompressionsverfahren: Es können drei Kompressionsverfahren für die Farbkonvertierung von Bildern angegeben werden.

Automatisch: Stellt sicher, dass alle Bildformate erhalten bleiben. Durch eine JPEG-Komprimierung werden TIFF- und PSD-Dateien, genauso wie ZIP-Daten in einer PDF-Datei, zu JPEG konvertiert.

In der Standardeinstellung Automatisch ändert ZePrA nicht die Farbtiefe, den Typ oder die Kompression der Eingangsdaten. Zusätzlich können die Auflösung von Bildern mit Hilfe von Bilder herunterskalieren geändert werden. Geben Sie die benötigte Auflösung als dpi unter Bilder herunterskalieren ein. Nutzen Sie den Schwellwert um anzugeben, ab welcher Auflösung die Option durchgeführt werden soll, z.B. um Daten für die Darstellung im Internet oder eine gewünschte Auflösung für den Druck anzupassen. Der Schwellwert gibt dem Anwender die Möglichkeit, unnötige Größenanpassungen zu vermeiden. Um den eventuell Verlust von Schärfe, welcher aus dem Herunterskalieren von Bildern entstehen kann, zu kompensieren, wird die Catmull Bicubic Interpolation Methode im Hintergrund angewandt.

Tipp: Die Interpolations-Methode bikubisch (Schärfen) in Photoshop kann schärfere Bilder als ZePrA produzieren, aber zeigt auch im Gegensatz zu ZePrA merkliche Artefakte. Wie im Schärfen Absatz beschrieben, können mit ZePrA Herunterskalieren und Schärfen kombiniert werden.

Verlustfrei: Speichert das Format der Bild-Datei entweder als PSD oder TIFF. JPEG-Daten, die komprimiert in einer PDF-Datei vorliegen, werden zu ZIP konvertiert. Multicolor-Dateien können nicht als JPEG gespeichert werden.

JPEG:  Pixel-Bilder und JPEG-komprimierte Bilder in PDF-Dateien können mit der JPEG-Qualität beeinflusst werden. Die Kompressionsrate ist von ZePrA standardmäßig auf Hoch gestellt, was bei maximal komprimierten JPEG-Bildern zu einer größeren Datei nach der Farbkonvertierung führen kann.

Wählen Sie unter JPEG-Qualität eine der vier vordefinierten Qualitätsabstufungen oder bestimmen sie einen individuellen Komprimierungsfaktor mittels Prozentangabe unter Eigene.

Tipp: ColorLogic empfiehlt die Standardeinstellung Hoch 90%

Farbersparnis

Die Option Farbersparnis berechnen kalkuliert die Menge der CMYK-Farbeinsparung, wenn ein SaveInk-Profil auf eine individuelle Datei angewandt wird. Diese Berechnung kann entweder mit der Farbersparnis berechnen-Checkbox manuell oder automatisch, beim Erstellen einer SaveInk-Warteschlange mit dem Auto Setup-Assistenten, aktiviert werden. Die Prozentangaben der Einsparung werden in der Verarbeitete Jobs-Tabelle auf der Übersicht-Seite angezeigt und im Job-Eigenschaften-Fenster. Die Farbeinsparung wird bei jeder berechneten Datei separat angezeigt. Um die Job-Eigenschaften zu sehen, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die gewünschte Datei in dern Übersicht/Verarbeitete Jobs-Tabelle und wählen Job-Eigenschaften anzeigen.

Ein SaveInk-Report kann über das Werkzeuge-Menü generiert werden. Dieser Report liefert eine detaillierte Übersicht jeder SaveInk-Warteschlange, die erstellt wurde, und die verarbeiteten Jobs. Der Bereich Zusammenfassung listet die gesamte Farbersparnis über alle Warteschlangen. Farbersparnis pro Warteschlange und Job zeigt Details der Ersparnis pro Warteschlange und pro Job, was von Vorteil bei der Kostenberechnung sein kann. Der Report kann als PDF-, TXT-, HTML- oder XML-Datei erstellt werden.

Photoshop PSD- und TIFF-Konvertierung

ZePrA 7 und höher ermöglicht die Konvertierung von Photoshop PSD- und TIFF-Dateien, die Ebenen enthalten. Je nach Anforderung an die Weiterverarbeitung der Bilddateien können Ebenen entfernt oder beibehalten werden.

  1. Entfernen – Transparenz beibehalten
    Berücksichtigt bei der Konvertierung nur sichtbare Ebenen. Alle Bildelemente und Texte werden farbkonvertiert. Entfernt Ebenen, aber transparente Bereiche können weiterhin verwendet und gesehen werden. In Bezug auf die Ebenen wird das resultierende Bild ähnlich wie mit der Sichtbare auf eine Ebenen zusammenführen-Funktion von Photoshop.
    Hinweis: Stellen Sie sicher, dass Sie vor der Konvertierung mit ZePrA nur jene Ebenen der PSD-Datei aktivieren, die in der konvertierten Datei sichtbar sein sollen. Dies gilt für alle folgenden Entfernen-Optionen ebenso.
  2. Entfernen – keine Transparenz
    Ergibt eine konvertierte PSD-Datei ohne Ebenen und ohne Transparenzen. In Bezug auf Ebenen ist das resultierende Bild ähnlich wie mit der Auf Hintergrundebene reduzieren-Option von Photoshop.
  3. Entfernen – Transparenzkanal hinzufügen
    Erzeugt eine konvertierte Datei, die keine sichtbare Transparenz aufweist (Checkerboard-Bereiche sind nicht mehr vorhanden). Optisch erscheint die Datei wie bei einer Konvertierung mit Entfernen – keine Transparenz. Im Gegensatz zu dieser Option werden jedoch alle Bereiche, die in der Originaldatei Transparenzen enthalten, beibehalten und in einem Alpha-Kanal namens Transparenz hinzugefügt. Dies ermöglicht eine weitere Bearbeitung der Alpha-Kanal-Maske in Photoshop. Die Maske kann auch dazu verwendet werden, die Transparenz bei Bedarf wieder in die Datei einzufügen.
  4. Ebenen beibehalten, falls möglich
    Behält alle Ebenen und deren Sichtbarkeitsstatus bei, wenn dies möglich ist. Alle Ebenen werden konvertiert, auch deaktivierte.
    Hinweise: ZePrA ermöglicht die Umwandlung in ein Multicolor-Profil, aber in diesem Fall können Ebenen nicht beibehalten werden. Der Grund dafür ist eine Einschränkung in Photoshop, das keine Sonderfarben in einer Ebene unterstützt – bitte lesen Sie dazu das folgende Kapitel Allgemeine Hinweise. Wenn ZePrA bei einem Multicolor-Zielprofil auch Multicolor generiert, werden die Ebenen entfernt und eine Job-Warnung angezeigt. Wenn ZePrA eine Textebene nicht konvertieren kann, wird folgende Job-Warnung angezeigt: Eine Textebene wurde möglicherweise nicht vollständig farbkonvertiert.

Allgemeine Hinweise

Ebenen und Transparenzen sind besondere Photoshop-Funktionalitäten, die von anderen Anwendungen möglicherweise nicht genutzt werden können.

  1. Insbesondere bei TIFF-Dateien funktionieren Ebenen und Transparenzen hauptsächlich in Adobe Photoshop und teilweise in anderen Adobe-Anwendungen, aber möglicherweise nicht in anderen Anwendungen. Um Transparenzen in TIFF-Dateien zu erhalten, zum Beispiel um die Datei in Adobe InDesign zu platzieren, sollten Sie die Checkbox Transparenz speichern im Dialog TIFF-Optionen von Photoshop aktivieren. Wenn sie aktiviert ist, funktioniert das Platzieren auch mit der konvertierten TIFF-Datei, mit der Ausnahme, dass die Vorschau im Dialog Platzierungsoptionen von InDesign nicht transparent ist.
  2. TIFF wird von ZePrA unterstützt, wenn die Pixelreihenfolge auf Interleaved eingestellt ist. Die alternative Pixelreihenfolge Pro Kanal wird nicht unterstützt.
  3. Farbkonvertierte Bilder mit erhaltenen Ebenen können im Vergleich zu Bildern, die auf die Hintergrundebene reduziert sind, zu anderen visuellen Ergebnissen führen. Dies hängt von mehreren Aspekten ab, die alle einen großen Einfluss auf die Farbansicht von konvertierten Bildern mit Ebenen in Photoshop haben können:
    a) Photoshop berechnet die Vorschau eines Bildes immer mit den Ebenen in ihrer Stapelfolge und Sichtbarkeit. Dies gilt mit Ausnahme von Sonderfarben, die auf das vollständig zusammengesetzte Bild überdruckt werden.
    b) Sonderfarben können nicht in einer Ebene liegen. Weitere Informationen über die Einschränkungen von Sonderfarben finden Sie in der Online-Hilfe von Adobe Photoshop.
    c) Anpassungsebenen werden bei einer Konvertierung mit beibehaltenen Ebenen in ZePrA nicht konvertiert, was einen anderen Effekt auf die konvertierte Datei haben kann als die Anpassungsebene auf die Originaldatei hatte. In einigen Fällen funktionieren Anpassungsebenen in Photoshop nicht richtig, wenn sich der Farbraum nach der Konvertierung geändert hat. In ZePrA wird eine Jobwarnung angezeigt, wenn bei Dateien mit Anpassungsebenen ein Farbraumwechsel (in Photoshop als Moduswechsel bezeichnet) durchgeführt wurde.
    d) Photoshop-Ebenen mit Smart-Objekten werden bei einer Konvertierung von Bildern mit Ebenen nicht konvertiert, wenn Ebenen erhalten werden sollen. In diesem Fall wird der Inhalt des Smart-Objekts nicht verändert und so belassen, wie er ist. Dies kann zu Problemen führen, insbesondere wenn Farbräume geändert wurden (zum Beispiel RGB zu CMYK).
    e) Transparenzeffekte, die den Ebenen hinzugefügt wurden, können nach der Konvertierung anders aussehen.

Hinweis: Wenn die Farbgenauigkeit der wichtigste Aspekt Ihrer PSD- und TIFF-Dateikonvertierung ist, empfehlen wir Ihnen, eine der Entfernen-Optionen zu verwenden. Wenn es wichtiger ist, Ebenen nach der Farbkonvertierung zu bearbeiten, verwenden Sie die Option Ebenen beibehalten.

Vektoren und Text

Text- und Vektorgrafiken sind unabhängige Objekte innerhalb des PDF-Formats. Für beide Arten von Objekten bietet ZePrA Möglichkeiten, um zu verhindern, dass rein schwarz aufgebaute Vektorgrafiken oder Text nach einer ICC-Konvertierung aus vier Farben aufgebaut werden. Diese Optionen sind nicht erforderlich, wenn Sie ColorLogic DeviceLink-Profile verwenden, da hier die Profile so erzeugt sind, dass reines Schwarz auch immer rein bleibt.

Reines Vektor-Schwarz und -Grau erhalten (RGB, CMYK): Konvertiert RGB-Schwarz zu reinem CMYK-Schwarz und erhällt reines CMYK-Schwarz. Diese Option stellt außerdem sicher, dass alle Abstufungen von Grau, die als Vektoren erstellt wurden, erhalten bleiben. Eine 50% K-Abstufung wird unverändert bei 50% K bleiben. Eine mittlere Grau RGB-Abstufung mit RGB=128/128/128 wird zu 50% K nach der Konvertierung zu CMYK.

Text nicht umwandeln: ZePrA unterscheidet zwischen Vektoren und Text. Wenn nur Vektorgrafiken konvertiert werden sollen, nicht aber Text, aktivieren Sie diese Option.

Schärfen

Mangelnde Schärfe bei der Fotoaufnahme wird in der Regel bereits durch die Kamera, bzw. die integrierte Aufnahme-Software kompensiert. Zusätzlich wird Schärfen auch als kreative Option in Bildbearbeitungsprogrammen genutzt.

Um Bilder nach der Farbkonvertierung zu schärfen, können Sie die Schärfen-Funktionen unter Optionen wählen. In der Mediaproduktion gibt es verschiedene Gründe für die Verwendung von Schärfen.

  • Zum Kompensieren von Unzulänglichkeiten der Digitalisierung (Digitalfoto oder Scan)
  • Schärfen als eine kreative Option
  • Zur Kompensation von Detailverlust nach Änderung der Bildauflösung
  • Zum Kompensieren von Unzulänglichkeiten des Druckprozesses (z.B. Screening)

Um Detailverlust durch Änderung der Bildauflösung entgegen zu wirken oder aber Unzulänglichkeiten des Druckprozesses zu kompensieren, können Sie auf die Schärfen-Funktion in ZePrA zurückgreifen. Wenden Sie das Schärfen der Bilddaten auf individuelle Farbformate (CMYK, RGB, Multicolor, Grau, LAB) oder alle Farbformate simultan an.

ZePrA führt eine Schärfung generell nach jeder Farbkonvertierung durch. In bestimmten Situationen, wenn eine Transparenzreduktion in ZePrA simultan durchgeführt werden soll, werden Bilder vor der Konvertierung geschärft.

Schärfen Voreinstellungen

Abhängig von den Anforderungen, können Bilder entsprechend dem Farbraum oder nur in ZePrA skalierte Bilder geschärft werden.

Alle Bilder moderat schärfen: Gleicht normale Anomalien im Druckprozess aus

RGB- und Grau-Bilder stark schärfen: Für medienneutrale Arbeitsabläufe, welche häufig auf hochauflösenden RGB- und Grau-”Master”-Bildern zurückgreifen

Herunterskalierte Bilder moderat schärfen: Gleicht kleinere, durch Herunterskalieren entstandene Schärfeverluste aus

Individuell: Details zum individuellen Schärfen finden Sie weiter unten aufgeführt

Tipp: Seien Sie vorsichtig beim Schärfen in ZePrA , wenn Sie PDF-Dateien aus verschiedenen Quellen bearbeiten. Dateien, welche in einem kontrollierten, hausinternen Arbeitsumfeld erstellt wurden, können meist stärker geschärft werden.

Eine Stärke von 80% und ein Schwellwert von 8 liefert üblicherweise stabile Ergebnisse. Empfohlene Voreinstellung: Alle Bilder moderat schärfen.

Individuelles Schärfen

Die Voreinstellung: Individuell erlaubt alle Schärfen-Parameter zu definieren. ZePrA verwendet intern den “Unsharp Masking”-Algorithmus, welchen man auch in Adobe Photoshop findet. Das Schärfen von Bildern beinhaltet die Intensivierung von Helligkeitsunterschieden oder Farbe zwischen zwei angrenzenden Pixeln. DIes kann bei einer starken Schärfung zu Linien zwischen den Bildbereichen mit unterschiedlicher Helligkeit/Farbe führen.

Die Option bietet drei Einstellungen:

Radius: Je breiter der Radius, desto breiter ist auch die Linie, die bei der Schärfung entsteht. Die Wahl des richtigen Radius hängt von mehreren Parametern, wie z. B. dem üblichen Betrachtungsabstand oder der Auflösung des verwendeten Druckverfahrens, ab. Lesen Sie mehr über die Beziehung zwischen Skalierung und Bildauflösung.

Stärke: Gibt die Intensität des Schärfens in Bezug zum gewählten Radius an. Die Definition der Stärke sollte basierend auf der Schärfe des Originalbildes und den Anomalien des Druckprozesses vorgenommen werden.

Schwellwert: Der Schwellwert beschreibt den Farb- oder Helligkeitsunterschied, ab dem der Schärfefilter greift. Je niedriger der Schwellwert gesetzt ist, desto mehr Bildbereiche werden in die Schärfung mit einbezogen und desto größer ist die Gefahr, dass ungewünschte Bildartefakte ebenfalls mit geschärft werden. Übliche Werte liegen hier von 2 bis 10.

Tipp: Zu starkes Schärfen durch einen zu hohen Radius und eine zu große Stärke kann zu einer unnatürlichen Bilddarstellung führen. Abhängig von den Schärfeeinstellungen, können Artefakte, die zuvor nicht sichtbar waren, jetzt sichtbar und zu stark betont werden. Dies betrifft insbesondere die quadratischen Muster der JPEG-Komprimierung oder das Bildrauschen in dunklen Partien von Digitalfotos.

Erfahren Sie mehr unter Optionen für spezielle Arbeitsabläufe  / Flachgerechnete Transparenzen und Schärfen.

Bildbasierter vs ausgabebasierter Schärfung

ZePrA bietet zwei verschiedene Arten, den Radius der Schärfung zu definieren: die bildbezogene und die ausgabebezogene Schärfung. Bei der bildbezogenen Schärfung wird der Radius in Bildpixeln angegeben. Bei einem eingegebenen Radius von 2 Pixeln ist die Wirkbreite des Schärfeeffektes 2 Pixel breit. Dies entspricht der Methodik des Filters „Unscharfmaskieren“ in Photoshop.

Wird ein geschärftes Bild in einem Layoutprogramm platziert, ist die visuell wahrgenommene Wirkbreite bzw. der Radius der Schärfung abhängig von der Bildauflösung in Pixeln per Inch (ppi) und der Skalierung im Layoutprogramm.

Beispiel: Platzieren Sie z. B. ein Bild mit 288 ppi Auflösung und einem in ZePrA eingegebenen Schärferadius von 2 Pixeln mit 100% Skalierung im Layoutprogramm, beträgt der visuell wahrgenommene Radius der Schärfung 0,5 Points (0,18 mm). Dies ergibt sich daraus, dass 72 Points ein Inch ergeben. Bei einem Bild mit 288 Pixeln per Inch, ist ein Pixel 0,25 Points (0,09 mm) breit.

Ausgabebasiertes Schärfen: Der Schärferadius in Points bzw. in mm für Bilder in verschiedenen Auflösungen bzw. Skalierungen im Layoutprogramm bleibt gleich. Da die ausgabebezogene Schärfung vorwiegend Detailverluste des Ausgabesystems (z. B. durch die Rasterung) ausgleicht, wird sichergestellt, dass der Radius der Schärfung bei allen Bildern im Dokument vergleichbar dem Detailverlust der Ausgabe entgegen wirkt.

sharpening-2 sharpening-one

Zusammenhänge zwischen Skalierung und Bildauflösung

Verkleinern Sie z. B. das Bild des vorhergegangenen Beispiels mit 288 ppi im Layoutprogramm auf 50%, so ändert sich die Bildauflösung auf 576 ppi. Eine ausgabebezogene Schärfung mit 0,5 Points ergibt bezogenen auf die Bildpixel somit einen verdoppelten Radius von 4 Pixeln.

Typische bildbezogene Schärfe-Radien in 300 dpi-Bildern mit 100% Skalierung im Layoutprogramm entsprechen folgenden Angaben zur ausgabebezogenen Schärfung in Points.

0,8 Pixel = 0,19 Points:

0,9 Pixel = 0,22 Points

1,0 Pixel = 0,24 Points

1,1 Pixel = 0,26 Points

1,2 Pixel = 0,29 Points

1,3 Pixel = 0,31 Points

1,4 Pixel = 0,34 Points

1,5 Pixel = 0,36 Points

1,6 Pixel = 0,38 Points

Konvertieren Sie die Breite eines Bildpixels mit beliebiger Auflösung zu Points mit dieser Formel:

Radius in Points = 72 / Bildauflösung in ppi

Hinweis: Adobe Photoshop nutzt statt ppi (pixel per inch) die Bezeichnung dpi (dots per Inch).

Bezieht man den Radius der Schärfung auf die Rasterweite im Druck, so sollte der Radius der Schärfe nicht größer sein als die Rasterweite. Als Hilfe dient dabei folgende Tabelle, die die Rasterweite und den Radius der Schärfe in mm im Verhältnis 1 zu 1 zeigt:

60 L/cm = 0,17 mm (0,48 Points)

70 L/cm = 0,14 mm (0,40 Points)

80 L/cm = 0,13 mm (0,37 Points)

90 L/cm = 0,11 mm (0,31 Points)

100 L/cm = 0,10 mm (0,28 Points)

110 L/cm = 0,09 mm (0,26 Points)

120 L/cm = 0,08 mm (0,23 Points)

200 L/cm = 0,05 mm (0,14 Points)

Drucken Sie mit einem Raster von 70 L/cm, sollte der Radius 0,14 mm oder kleiner sein.

Um einen Schärferadius in mm zu berechnen, der einer gegebenen Rasterweite entspricht, nutzen Sie folgende Formel:

Radius in mm = 10 / Rasterweite in Linien pro Zentimeter

Schärfung und Bildauflösung bezogen auf Betrachtungsabstand, Druckverfahren und Rasterweite

Eine Möglichkeit, den Radius der Schärfung zu bestimmen, liegt darin, sich am Betrachtungsabstand, dem Druckverfahren und der Rasterweite im Druck zu orientieren.

Das maximale Auflösungsvermögen des Auges liegt je Kontrast der Strukturen sowie der Position im Blickfeld bei ca. 0,2 mm bzw. 127 Pixeln pro Inch für einen Betrachtungsabstand von 1 m oder bei ca. 0,05 mm bzw. 508 Pixeln pro Inch für 25 cm Betrachtungsabstand.

Nur wenn das jeweils gewählte Druckverfahren in der Lage ist, Details in der Auflösung des Auges für den jeweiligen Betrachtungsabstand zu reproduzieren, sollten Sie die Bildauflösung und die Wirkbreite bzw. den Radius der Schärfung auf diese Druckauflösung anpassen. Um auf der sicheren Seite zu sein, sollte die Bildauflösung eine ca. 1,5 fache Reserve zur Druckauflösung bzw. dem angenommen Betrachtungsabstand haben.

Beispiel 1: Bei einem Offsetdruck mit einer Rasterweite von 70 L/cm (178 Lpi) können Details bis 0,14 mm Breite sicher wiedergegeben werden, was auch den maximalen Radius der Schärfung definiert. Mit einer 1,5 fachen Reserve sollte die Bildauflösung mind. 267 ppi betragen.

Beispiel 2: Bei einem Messestand, der aus 1 m Entfernung betrachtet wird, kann das normalsichtige Auge Details bis ca. 0,2 mm erkennen, wodurch der Radius der Schärfung bestimmt wird. Mit einer 1,5 facher Reserve reicht hier eine Bildauflösung von 191 ppi.