DeviceLink-Linearisierung

Optimieren von Primärfarbgradationen

Das Werkzeug Linearisierung optimiert die Tonwerte der Primärfarbgradationen für alle Drucker und Farbkombinationen, einschließlich Multicolor. Das Ziel der Linearisierung ist es, glatte Gradationskurven und Primärfarben in einem definierten, reproduzierbaren Zustand für Unterschiede von Weiß bis zu 100 % der Primärdruckfarben zu erhalten.

Hinweis: Das Werkzeug Linearisierung ist ab CoPrA 5 L im Paket enthalten. Die verfügbaren Linearisierungsmethoden basieren entweder auf ISO 20654, auf der bewährten ColorLogic Default-Kalibrierungsmethode oder der G7-Kalibrierung. Es gibt außerdem eine Funktion, um die Lichter zu schützen, was für Flexodrucker und die G7-Kalibrierung von schwierigen Medien und Druckern praktisch ist. Alle Einstellungen können auf CMYK- und Multicolor-Messdaten angewendet werden und es gibt eine Einstellung für Multicolor-Daten, die G7 auf die CYMK-Anteile und ISO 20654 auf die zusätzlichen Farben anwendet, da G7 nur für CMYK-Farbräume vorgesehen ist.

Das erstellte Linearisierungs-DeviceLink-Profil kann dann im Workflow für alle Arten von Druckverfahren verwendet werden. Es sollte zum Beispiel für den Druck eines Profiling-Testcharts auf einem nicht kalibrierten Drucker verwendet werden. ColorLogic ZePrA unterstützt die Verwendung von Linearisierungs-DeviceLinks als Gradationskurven. Auf diese Weise kann die Linearisierung im Workflow wie Kurvenkorrekturen in einem RIP angewendet werden. In diesem Fall müssen Kurvenkorrekturen auf RIP-Ebene deaktiviert werden, um doppelte Änderungen zu vermeiden.

Die Vorgehensweise im Detail

Laden und Messen

Die Linearisierung eines DeviceLinks beginnt mit dem Druck eines Linearisierungstestcharts auf dem nicht kalibrierten Drucker ohne Farbmanagement. Es gibt zwei Möglichkeiten, um die notwendigen Messdaten zum Erstellen eines Linearisierungs-DeviceLink-Profils zu erhalten:

1. Sie messen das Testchart und optimieren die Messdaten mit geeigneter Software, wie ColorLogics ColorAnt (mit den beiden Werkzeugen Individuelles Chart  und Chart exportieren), und öffnen anschließend die Messdaten in CoPrA.

2. Sie erzeugen die Messdaten mit CoPrAs integriertem Measure Tool.

Laden: Öffnet und zeigt vorhandene Messdaten. Alternativ ziehen Sie die Daten in das Fenster, um sie zu extrahieren und anzeigen.

Messen: Öffnet das Measure Tool, um das Linearisierungstestchart mit einem unterstützten Gerät zu messen.

Einstellung: Hier wählen Sie die Linearisierungsmethode. CoPrA enthält unter [VOREINGESTELLT] drei vordefinierte Einstellungen (Default, Flexo Linearization, G7 Linearization). Diese Einstellungen können [GEÄNDERT] und [GESPEICHERT] werden.

Anpassen: Ermöglicht durch Auswahl des Berechnungsmodus und Justierung der Funktion Schütze Lichterbereiche (%) eine Feinabstimmung der Linearisierungseinstellungen.

An Breite anpassen: Passt die Farbfelder einer Reihe an die Fensterbreite an. Vor allem bei großen Testcharts mit sehr vielen Farbfeldern und vielen Zeilen werden die Farbfelder dann deutlich größer angezeigt.

Zeige Referenzdaten: Gerätewerte wie CMYK oder RGB und Messdaten (d. h. Lab- oder spektrale Werte) werden in einem geteilten Farbfeld angezeigt. Die Daten können schnell auf falsche oder fehlerhafte Daten überprüft werden.

Linearisierungs-Optionen

Berechnungsmodus: In diesem Drop-down-Menü kann die Methode zur Berechnung der farbmetrischen Linearität ausgewählt werden. Vier Standardmethoden stehen zur Verfügung, sie können individuell angepasst und gespeichert werden.

ColorLogic Standard (Farbmetrische Linearisierung): Linearisiert die Kurven gemäß Lab/dE-76. Das bedeutet, dass ein 50 %-Wert einer Primärfarbe den gleichen Abstand nach links (zu Weiß) wie nach rechts (zum Vollton) hat und sich daher in der Mitte der Grafik befindet.

Linearisierung gemäß ISO 20654: Linearisiert die Tonwerte der Primärfarbgradationen gemäß ISO 20654.
Hinweis: Die Methoden ColorLogic Standard und Linearisierung gemäß ISO 20654 sind sehr ähnlich. Im Gegensatz zur Linearisierung gemäß ISO 20654 berücksichtigt ColorLogic Standard jedoch den Farbton der Primärfarben.

Linearisierung gemäß G7 (nur CMYK): Die CMYK-Tonwertkurven werden so linearisiert, dass sie den Graubalance-Anforderungen der G7-Kalibrierung entsprechen. Zusätzliche Multicolor-Kanäle bleiben davon unberührt.

Linearisierung gemäß G7 (CMYK) und ISO 20654 (Sonderfarben): G7 ist nur zur Bearbeitung von CMYK vorgesehen. Zusätzliche Multicolor-Kanäle bleiben dabei unberührt. Diese Einstellung wendet daher die G7-Methode nur auf die CMYK-Anteile der Multicolor-Messdaten an und die ISO 20654-basierte Methode auf die verbleibenden Multicolor-Kanäle.

Lichter erhalten (%): Schützt die Lichterbereiche indem Werte unterhalb des festgelegten Prozentsatzes nicht linearisiert werden. Achten Sie darauf, einen weichen Übergang von den geschützten – nicht linearisierten – Lichtern zum linearisierten Teil der Messdaten zu erhalten.
Hinweis: Zur Linearisierung der gesamten Messdaten stellen Sie den Schieberegler auf 0. Die Kurvengrafik ermöglicht eine Bewertung der Linearisierungsergebnisse. Mit den beiden Auswahlschaltern können Sie die linearisierten Kurven (Berechnete Kurven) mit den ursprünglichen CMYK- und Multicolor-Kurven vergleichen (Kurven aus Daten).

Berechnete Kurven: Stellt die Kurven dar, die aus den gewählten Einstellungen resultieren und im Linearisierungs-DeviceLink-Profil angewendet werden.

Kurven aus Daten: Zeigt die ursprünglichen, nicht-linearisierten Kurven. Die Grafik zeigt eine farbmetrische Darstellung der Kurven gemäß ISO 20654. Lineare Kurven sind für Drucker in einem perfekt kalibrierten Zustand gemäß ISO 20654 charakteristisch.

Klicken Sie auf Weiter, um die Profileinstellungen festzulegen.

Profileinstellungen festlegen

Format, Größe und Weiterverarbeitung

Im letzten Schritt der DeviceLink-Erstellung können Sie einen Namen vergeben, sowie Format und Größe des Profils festlegen (siehe Screenshot).

Name: Geben Sie einen Namen für das Profil ein.

Format: Hier legen Sie das Format für das Profil fest. Als Grundeinstellung ist ein ICC-Format gemäß der Spezifikation v2 zu empfehlen. Sie können aber auch das neuere ICC v4-Format wählen. Dabei müssen Sie jedoch sicherstellen, dass Ihre Programme dieses Format auch richtig unterstützen.
Hinweis: Profile im ICC v4-Format werden in ColorLogic-Produkten konsistent und richtig verwendet.

Größe: Die Einstellung Groß ist eine gute Wahl. Mit der Größe legen Sie die Anzahl der Stützstellen im Profil fest und bestimmen den Platzbedarf des generierten Profils. Kleine Profile sollten nur zu Testzwecken verwendet werden. Sehr große Profile können bei einer Nutzung in nachfolgenden Programmen die Verarbeitung verlangsamen. Darüber hinaus können einige Programme nicht mit sehr großen Profilen umgehen.

Weiterverarbeitung

Profil-Report erstellen: Wir empfehlen, diese optionale Einstellung zu aktivieren. Der PDF-Report enthält Statistiken zur Darstellung von Graubalancen, Farbkurven, Farbumfängen sowie Farbauszüge aus konvertierten Testdateien und gibt Ihnen so einen Überblick über die Qualität Ihres Profils.

Speichern: Erstellt das Profil und speichert es im Ordner Profiles (macOS) bzw. color (Windows) ab. (macOS: /Users/Username/Library/ColorSync/Profiles, Windows: C:\Windows\System32\spool\drivers\color). Verschlüsselte und Demo-Profile werden an einem anderen Ort gespeichert, der nur von ColorLogic-Produkten verwendet wird.

Hinweis: CoPrA-SP-Profile werden im Unterordner Licensed-Profiles im ColorLogic-Ordner gespeichert.

Profilereporte

Profilreporte können beim Erstellen von Drucker- oder DeviceLink-Profilen sehr einfach mit erstellt werden. Aktivieren Sie dazu im letzten Schritt der Profilerstellung die Checkbox Profil-Report erstellen oder beim Aktualisieren von Profilen die Checkbox Profilvergleichs-Report erstellen.

Die Reporte beinhalten je nach Profiltyp unterschiedliche statistische Daten, zum Beispiel zur Genauigkeit des Profils (Integrity, Precision, Black Point, White Point usw.), sowie Gamut- und Kurvendarstellungen (Graubalance, Gradienten usw.), Konvertierungen von Testbildern, Kanalauszüge und Farbfelder zur Beurteilung der Glätte oder der Reinheit von Farben. Auf diese Weise helfen Profilreporte dabei, eventuelle Artefakte zu erkennen.

Profilreporte können Sie in der Batch-Übersicht oder im Profile Manager jederzeit nachträglich erstellen – dies ist übrigens nicht auf ColorLogic-Profile beschränkt.

Unter Einstellungen können Sie festlegen, ob Sie einen PDF-Report mit Beispielbildern oder einen XML-Report mit den reinen Daten erstellen möchten.

Hinweis: Wenn beim Aktualisieren eines Profils ein Profilvergleichsreport erstellt wird, werden die Messdaten des Aktualisierungstestcharts mit den Werten des ursprünglichen Profils (Referenzprofil) verglichen.

Wenn zusätzlich die beiden Checkboxen Aufhellerkorrektur und Messdatenkorrektur aktiviert wurden, dann werden nicht die Messwerte des Aktualisierungstestcharts zum Vergleich mit dem Referenzprofil verwendet, sondern die Werte, die mit diesen Optionen modifiziert wurden.