Weiß/Schwarz-Korrektur

Dieses Werkzeug ermöglicht die Anpassung des Papierweiß mit der Weißkorrektur und der dunkelsten Farbe mit der Schwarzkorrektur.

Mit Hilfe der Weißkorrektur können Sie Farbton, Sättigung und/oder Helligkeit des hellsten Messwertes, dies ist typischerweise der Papier- oder Substratweißpunkt, editieren. Das Werkzeug wird auf eine einzelne Messwertedatei angewendet. Die Korrektur kann entweder im Lab– oder LChFarbmodell ausgeführt werden und ist für solche Aufgabenstellungen gedacht, bei denen entweder ein bestimmter Zielweißpunkt gewünscht wird oder bei denen Aufhellungen, Abdunkelungen oder Farbänderungen visuell vorgenommen werden sollen. Die ausgeführte manuelle Korrektur wirkt sich auf die gesamte Messwertedatei aus, wobei deren grundsätzliche druckrelevante Eigenschaften erhalten bleiben.

Die Auswirkung von Papierton-Änderungen auf die Messwerte eines Testcharts vorherzusagen, ist die Aufgabe der Weißkorrektur. Diese Auswirkungen können mit drei verschiedenen Methoden berechnet werden. Als Grundeinstellung ist ColorLogic Standard zu empfehlen. Mittlerweile gibt es eine international genormte Methode, die ISO 13655. Auch diese Methode kann als Weißkorrektur-Berechnung ausgewählt werden. Und schließlich lässt sich auch die relative Farbmetrik anwenden. Mit der Methode Relativ farbmetrisch sind die Auswirkungen am stärksten, da sich Papiertonänderungen durch den ganzen Farbraum ziehen und bei größeren Änderungen auch die Primärfarben massiv beeinflussen. Die Methode ISO 13655 ist in den Lichterbereichen und den bunten Primärfarben der relativen Farbmetrik noch ähnlich, jedoch geht die Methode davon aus, dass sich die Tiefen durch den geänderten Papierton nicht ändern. Die ColorLogic Standard Methode nutzt ein spektrales Farbmodel zum Anwenden von Korrekturen, was zu möglichst realistischen Resultaten führt. Dies funktioniert am besten, wenn die zu ändernden Daten und auch der aus einer anderen Datei genommenen Weißpunkt auf Spektraldaten beruhen. Falls keine Spektraldaten verfügbar sind, geht die Standard-Methode wie bei ISO 13655 auch davon aus, dass sich die Tiefen nicht ändern und es einen geringeren Einfluss auf die Primärfarben gibt.

Beispiel: In einigen Fällen kann eine visuelle Korrektur des gemessen Papierweiß notwendig sein. Bei transluzenten Materialien wie z.B. Keramiken, Folien oder halbtransparenten Medien kann durch eine 45/0 Messgeometrie ein zu dunkler Messwert für den Medienweißpunkt gemessen werden. Bevor nun Spezialmesstechnik oder andere aufwändige Verfahren herangezogen werden müssen, kann einfach mit Hilfe des Werkzeuges Weißkorrektur entweder im LCh- oder Lab-Farbmodell eingegriffen werden.

Vorgehen für die Weißkorrektur:

  1. Laden Sie Ihre Messwertedatei über Datei/Öffnen oder per Drag&Drop.
  2. Klicken Sie auf das Werkzeug Weiß/Schwarz-Korrektur.
  3. Führen Sie die gewünschten Korrekturen entweder im LCh– oder LabFarbmodell aus. Sie können das Farbmodell jederzeit ändern. Korrekturen im LCh-Farbmodell ermöglichen den Farbton oder Chroma separat ändern zu können, während Sie beim Lab-Farbmodell beide Farbeigenschaften immer zusammen ändern. Die zweigeteilte Farbvoransicht zeigt auf der linken Seite die Originalfarbe und auf der rechten Seite Ihre Korrektur.
  4. Editieren Sie den gewünschten Weißpunkt entweder manuell mit dem Regler, durch Eingabe der Lab-Werte oder durch Auswahl eines neuen Weißpunktes aus einer anderen Datei mit Hilfe des Pipetten-Icons. Klicken Sie auf die Pipette und wählen Sie eine anderen Datei, um automatisch den neuen Weißpunkt zu setzen.
    Hinweis: Die Pipette wird den weißesten Patch aus der angegebenen Datei auswählen. Wenn Spektraldaten erkannt werden, wird das Werkzeug diese entsprechend der ausgewählten Methode verwenden.
  5. Falls Sie die Helligkeit (L*-Wert) verändern, hat dies bei der Methode Relativ farbmetrisch typischerweise auch Einfluss auf den Schwarzpunkt und die dunkelsten Farbfelder in Ihrer Messwertedatei. Wenn Sie jedoch den Schwarzpunkt und die dunkelste Farbe nicht beeinflussen wollen, verwenden Sie die Methode ISO 13655. Beide Methoden (Relativ farbmetrisch und ISO 13655) wenden ihre Berechnungen mit farbmetrischen Daten an. Nur die ColorLogic Standard Methode, welche voreingestellt ist, wird die vollen Spektraldaten nutzen, sowie ein spektrales Modell für die Berechnung.
    Hinweis: Abhängig vom Farbunterschied des Papierweißes und den eventuell vorhandenen optischen Aufhellern, kann dies die Primärfarben mehr oder weniger beeinflussen.
  6. Klicken Sie auf den Zurücksetzen-Button, so werden Ihre Änderungen der Regler zurückgesetzt.
  7. Betätigen Sie den Start-Button wird Ihre Korrektur auf die gesamte Messwertedatei angewendet. Nach der Berechnung schließt der Dialog selbstständig.

Schwarzkorrektur kann in den Fällen hilfreich sein, in denen Schwarz im visuellen Vergleich zu dunkel oder zu hell gemessen wurde. Dies kann bei einigen in der Industrie verwendeten Materialien passieren, wie Keramik, Textil, Glas etc. Anwender können das dunkelste Schwarz ändern, was die gesamten Daten in Richtung des editierten Schwarzpunktes verschiebt.
Hinweis: Schwarzkorrektur ist nicht bei Verwendung der Methode Relativ farbmetisch verfügbar.
Vorgehen für die Schwarzkorrektur:

  1. Laden Sie Ihre Messwertedatei über Datei/Öffnen oder per Drag&Drop.
  2. Klicken Sie auf das Werkzeug Weiß/Schwarz-Korrektur.
  3. Wählen Sie entweder die Methode ColorLogic Standard oder ISO 13655.
    Hinweis: Relativ farbmetrisch erlaubt keine Änderung des Schwarzpunktes.
  4. Führen Sie die gewünschten Korrekturen entweder im LCh– oder LabFarbmodell aus. Sie können das Farbmodell jederzeit ändern. Korrekturen im LCh-Farbmodell ermöglichen den Farbton und Chroma separat ändern zu können, während Sie beim Lab-Farbmodell beide Farbeigenschaften immer zusammen ändern. Die zweigeteilte Farbvoransicht zeigt auf der linken Seite die Originalfarbe und auf der rechten Seite Ihre Korrektur.
  5. Editieren Sie den gewünschten Schwarzpunkt entweder manuell mit dem Regler oder durch Eingabe der Lab-Werte.
  6. Klicken Sie auf den Zurücksetzen-Button, so werden Ihre Änderungen der Regler zurückgesetzt.
  7. Betätigen Sie den Start-Button und Ihre Korrektur wird auf die gesamte Messwertdatei angewendet. Nach der Berechnung schließt der Dialog selbstständig.