Das Tonwerte Werkzeug

Das Werkzeug Tonwerte ermöglicht die Tonwertzunahmen Ihrer Messdaten an gewünschte Tonwertzunahmekurven anzupassen oder die Graubalance zu optimieren. Die Daten werden korrigiert, als ob sie unter speziellen Bedingungen (z.B. G7) gedruckt wurden.

Nehmen wir einmal an, Sie möchten gemäß Tonwertzunahme- oder Graubalance-Eigenschaften produzieren und ein dafür passendes Druckerprofil erstellen. Selbst wenn Sie versuchen, so exakt wie möglich mit den CtP-Kurven an der Druckmaschine zu arbeiten, um die gewünschten Eigenschaften zu erzielen, werden Sie immer produktions- und messtechnisch bedingte Abweichungen erhalten. Ein weiteres Beispiel wäre der Flexodruck und die Bestimmung des exakten Prozentwertes des ersten zu druckenden Tons oder die Form einer „Bump Curve“ in den Lichtern.

Tonwertkorrekturen können mit dem Tonwerte-Werkzeug mit drei verschiedenen Methoden optimal in Messdaten eingerechnet werden:

  • Mit der ersten Option Korrektur gemäß gegebener Tonwertkurven haben Sie die Möglichkeit ein Standardprofil, und damit die Tonwertkurven, aus diesem Profil vorzugeben. Die Messwerte werden so angepasst, dass genau die gleichen Tonwertzunahmekurven wie bei dem von Ihnen bestimmten ICC-Profil erreicht werden.
    Hinweis: Abhängig vom Farbraum der geladenen Messdaten werden nur ICC-Profile angezeigt, die zu den Messdaten passen (CMYK und Multicolor werden unterstützt).

 

  • Korrektur gemäß: Das Dropdown Menü enthällt die folgenden Einträg:
    G7 Graubalance
    ISO 20654
    G7 + ISO 20654
  • G7 Graubalance: Hier werden die Tonwertkurven so berechnet, dass sie den Graubalance-Bedingungen des G7-Verfahrens entsprechen. Ziel des G7-Verfahrens ist es, die CMY-Kurven so anzupassen, dass sie einen möglichst neutralen, grauen Farbton mit definierter Helligkeit über die gesamte Graubalance erzielen.
  • ISO 20654: Methode, die auf farbmetrischen basierenden Linearitäten beruht und kann für Sonderfarben verwendet werden, anstelle von Dichteberechnungen. Dies kann auch auf CMYK angewandt werden. Die Verwendung dieser Methode stellt sicher, dass die Gradationen alle Primärfarben farbmetrisch linear sind. Dies kann im Betrachten/Kurven-Dialog mit der Methode ISO 20654 überprüft werden.
    Hinweis: Dichtebasierende Methoden wie Murray Davis arbeiten nicht gut mit Nicht-CMYK Farben. Die IS0 20654 (auch bekannt als SCTV) Methode (Spot Color Tone Value) ist eine alternative Methode zum Behandeln der Tonwerte von Sonderfarben.
  • G7 + ISO 20654: G7 funktioniert nur mit CMYK Farben. Jedoch ist es möglich, den G7 Prozess auf den CMYK-Teil einer Multicolor Messung anzuwenden und die restlichen (Multicolor) Kanäle nach ISO 20654 zu korrigieren.

 

  • Die dritte Möglichkeit Korrektur gemäß TWZ-Zielwerten ermöglicht sehr detaillierte manuelle Korrekturen an jedem einzelnen Farbkanal vorzunehmen. Dieses Option kann auf CMYK- und Multicolor-Messdaten angewendet werden. Je nach in ColorAnt geladenen Messdaten werden mehr oder weniger Kanäle angezeigt, wie auch im Screenshot zu sehen ist. Links sehen Sie, wie der Dialog bei CMYK-Daten und rechts bei einem Multicolor-Datensatz mit 7 Kanälen aussieht. Die Kanalbezeichnungen richten sich nach denen der Messdatei.

Korrekturen mit Tonwertzunahme-Vorgaben

Mit der Option Korrektur gemäß TWZ-Zielwerten können Sie Tonwertzunahmekurven editieren, glätten, einzelne Kontrollpunkte hinzufügen oder entfernen und Kurven von einem auf einen anderen Kanal übertragen. Zudem sehen Sie die originalen und die modifizierten Kurven im Vergleich. Sie können Kurven speichern und auf andere Daten und Kanäle anwenden. Zudem werden die Tonwertkurven entsprechend der in den Einstellungen gewählten Berechnungsmethode angezeigt.

Folgende Funktionen stehen im Fenster zur Verfügung:

  1. Aktivieren oder deaktivieren Sie die Checkboxen bei den Kanalnamen, um nur einzelne oder mehrere Kanäle anzuzeigen.
    Hinweis: Im Beispiel sind nur die Rot– und Grün-Kanäle des geladenen 7-kanaligen Multicolor-Datensatzes aktiviert und entsprechend angezeigt. Die Kanalbezeichnungen richten sich nach der Namenskonvention in der Messdatei bzw. werden von ColorAnt automatisch ermittelt, falls die Kanalnamen undefiniert sind.
  2. Um die Kurvenform von einem Kanal auf den eines anderen zu übertragen, wählen Sie einfach aus der Dropdown-Liste des zu ändernden Kanals den gewünschten Eintrag der Kurve aus, z.B. um die Grün-Kurve oder eine gespeicherte Kurve (Neue Kurve) auf den Rot-Kanal zu applizieren.
  3. Nach Anwendung der Kurvenübertragung sehen Sie die Kurvenform der neuen Rot-Kurve in Farbe sowie die originale Rot-Kurve in ausgegrauter Form.
    Hinweis: Der Vergleich zwischen vor und nach der Korrektur ist einfacher zu erkennen, wenn Sie nur den zu ändernden Kanal aktivieren und alle anderen Kanäle deaktivieren.
  4. Um Änderungen wieder rückgängig zu machen, wählen Sie aus der Dropdown-Liste in diesem Beispiel den Eintrag Rot (Original) aus.
  5. Um weitergehende Korrekturen an einem Kanal, wie z.B. Glättung hinzufügen oder Entfernen von Kontrollpunkten oder Änderungen einzelner Werte vorzunehmen, klicken Sie auf den Editieren-Knopf oder wählen Sie Anpassen aus dem DropDown-Menü. Ein neuer Dialog Benutzerdefinierte Tonwerte – Anpassen erscheint, der im nachfolgenden Absatz genauer erläutert wird.
  6. Wollen Sie gespeicherte Kurven endgültig löschen, so selektieren Sie die Kurve aus dem DropDown-Menü und klicken auf das kleine rote Löschen-Symbol (X).
  7. Wenn Sie Ihre Editierungen finalisiert haben, so wenden Sie diese durch Klicken auf den Start-Knopf auf die Messdaten an.

Manuelle Editierung von Tonwertkurven

Der Dialog Benutzerdefinierte Tonwerte – Anpassen erlaubt manuelle Korrekturen, wie Glätten, Hinzufügen oder Entfernen von Kontrollpunkten oder Änderungen einzelner Werte, am ausgewählten Farbkanal vorzunehmen. Zudem können Sie Ihre eigenen Kurven speichern und später auf andere Daten und Kanäle anwenden.

So geht’s:

  1. Wenn Sie auf den Knopf Glätten klicken, so wird die Kurve geglättet. Dabei werden nur für die Anzeige Kontrollpunkt entfernt, um Ihnen eine bessere Übersicht zu ermöglichen, jedoch diese im Hintergrund beibehalten. Bei der finalen Anwendung der Glättung auf die Messwerte werden alle Kurvenpunkte in der Messdatei entsprechend der Form der geglätteten Kurve angepasst.
  2. Um neue Kontrollpunkte hinzuzufügen, klicken Sie auf den Hinzufügen Knopf, navigieren zu dem neuen leeren Eintrag in der Tabelle, tippen den gewünschten Prozentwert für Tonwert und den Wert für die Tonwertzunahme unter Zuwachs ein. Um die Eingaben zu bestätigen, nutzen Sie entweder die Enter- oder die Tabulator-Taste auf Ihrer Tastatur.

    Hinweis: Die Originalkurve wird Ihnen zum besseren Vergleich ausgegraut zusätzlich angezeigt.
  3. Vorhandene Tonwertzunahmewerte modifizieren Sie, indem Sie die gewünschten Tabellenwerte unter Zuwachs mit der Maus auswählen und den jeweiligen Wert ändern.
  4. Um einen Kontrollpunkt zu entfernen, selektieren Sie den gewünschten Tabellenwert und klicken Entfernen.
  5. Möchten Sie Ihre Kurven für die spätere Verwendung für andere Daten und Kanäle wieder benutzen, so können Sie diese mit Speichern unter abspeichern.
  6. Nach Beendigung Ihre Korrekturen, bestätigen Sie diese mit OK und kehren wieder in den Tonwerte-Dialog zurück. Die editierte Kurve wird nun als Anpassen markiert.