Betrachten Fenster

Wenn Sie eine Messwertedatei genauer betrachten wollen, wählen Sie diese im Bereich Datensätze aus und öffnen das Betrachten-Fenster. Fünf verschiedene Ansichten ermöglichen Ihnen einen schnellen Überblick über alle Farbfelder der Messwertedatei (2D-Ansicht), eine rotierende 3D-Ansicht des Farbkörpers, die TWZ-Kurven, eine 2-dimensionale Farbansicht (Spinnennetz) und die Ansicht der Linearitätskurven unter Kurven. Eine der Herausforderungen bei der Analyse von Messdaten ist es herauszufinden, wo sich bestimmte Daten in großen Testcharts befinden. Um die Suche zu erleichtern, können verschiedene Farbfilter ausgewählt werden.

Hinweis: Wählen Sie im Verlauf einen Korrekturschritt, so zeigt der ausgewählte Reiter im Betrachten-Dialog sofort die mit diesem Korrekturschritt verbundenen Daten und die Auswirkung der Korrektur an.

Farbfilter

Mit Hilfe von Farbfilter aktivieren/deaktivieren können in der 2D-und der 3D-Ansicht ausgewählte Farben hervorgehoben werden. Alle anderen Farbfelder, die nicht von den Filtern betroffen sind, werden ausgeblendet. So sehen Sie in der 2D-Ansicht sofort, wo sich die entsprechend ausgewählten Farben im Testchart-Layout befinden. In der 3D-Ansicht sehen Sie den durch die Farbfilter festgelegte Farbkörper. Auf diese Weise können z.B. die Volltöne, Grenzwerte, Primärfarben, Sekundärfarben, das Papierweiß oder Schwarz, sowie Duplex– und Triplexfarben hervorgehoben werden. Bei Multicolor-Daten ist besonders interessant zu sehen, in welchen Bereichen die Zusatzfarben den Farbkörper im Vergleich zu CMY oder CMYK ausdehnen.

2D-Ansicht
  • Im 2D-Reiter hebt die Option Redundanzen anzeigen alle mehrfach vorkommenden Farbfelder in der ausgewählten Messwertdatei mit einer farblichen Kontur hervor. Auf diese Weise sehen Sie, welche Farbfelder mehrfach vorkommen und wo sich diese im Testchart-Layout befinden. Diese Farbfelder werden bei der Korrektur von redundanten Farbfeldern mit dem Redundanzen-Werkzeug bearbeitet.
  • Wenn Sie mit der Maus über die Farbfelder gleiten, so wird Ihnen der Lab-Messwerte und der Gerätefarbwert zum markierten Farbfeld angezeigt. Spektraldaten erkennen Sie an der zusätzlichen Markierung Remission. Liegen Spektraldaten vor, können Sie sich alternativ mit der Option Zeige Dichtewerte die Dichten des Farbfeldes anzeigen lassen.
  • Klicken Sie in ein Farbfeld, so wird dieses als Referenz festgelegt und die DeltaE-Anzeige auf Null zurückgesetzt. Gleiten Sie zu einem anderen Farbfeld, ohne zu klicken, so wird der Farbabstand zu diesem Referenzfeld angezeigt.
  • Doppelklick auf ein Farbfeld im 2D-Reiter öffnet den separaten Dialog Farbwerte, der den Lab-Wert angezeigt. Sie können diesen manuell verändern und mit OK übernehmen.
    Hinweis: Auch die Lab-Editierung wird an Spektralwerten ausgeführt, so dass die Charakteristik der originalen Spektralwerte erhalten bleibt.
  • Einzelne Farbfelder können Sie in der 2D-Anzeige löschen, indem Sie das Farbfeld markieren und mit einem Rechtsklick diesen im erscheinenden Kontextmenü über Entfernen eliminieren.
  • Ebenfalls über das Kontextmenü einer ausgewählten spektralen Farbe können Sie den Spektrumdialog mit der Remissionskurve dieser Farbe öffnen.
    Hinweis: Wenn der Spektrumdialog geöffnet ist, und Sie mit gedrückter Maustaste über die Farbfelder in der 2D-Anzeige fahren, werden die Spektralkurven der jeweiligen Farben angezeigt.

Komplette Unterstützung von Spektraldaten in allen Tools

ColorAnt liebt Spektraldaten! Unter Spektraldaten verstehen wir die kompletten Remissionskurven jeder gemessenen Farbe und nicht nur die reduzierten drei farbmetrischen Lab-Farbwerte.In ColorAnt werden solche Messwerte als Remission in der CIE-Spalte unter Datensätze angezeigt.

Zur Veranschaulichung zeigt der Screenshot die relative spektrale Strahlungsverteilung (physikalische Bezeichnung der Spektraldaten) eines 100% Magenta-Farbfeldes an. Das Spektrum jeder Farbe können Sie sich unter Betrachten/2D mit Rechtsklick auf ein Farbfeld und Auswahl von Spektrumdialog im Kontextmenü anzeigen lassen.

ColorAnt erhält bei seinen Tools (außer CIE-Konvertierung) Spektraldaten. Dies ist sogar bei farbmetrisch arbeitenden Tools wie Weißkorrektur oder bei der manuellen Lab-Editierung einzelner Farbfelder möglich. Diese großartige technologische Erweiterung ermöglicht es anderen Programmen auch nach der Verarbeitung von ColorAnt weiterhin auf die kompletten Spektraldaten zuzugreifen, sofern dies, wie z.B. bei dem ColorLogic Profilierung-Programm CoPrA, möglich ist.
Hinweis: Sollten andere Programme Schwierigkeiten mit der Verarbeitung von Spektraldaten haben, so können Sie unter Datei die Option Lab exportieren… auswählen und die Messwerte in einfacherer Form als farbmetrische Lab-Werte abspeichern. Beide Export-Optionen Lab exportieren… und Dichte exportieren… sind nur verfügbar, wenn Spektraldaten in ColorAnt vorliegen.

Unterstützung und Anzeige von Dichten

Solange Ihre Messdaten spektral vorliegen, ermöglicht es ColorAnt in der 2D-Darstellung unter Betrachten die Dichtewerte zu berechnen und anzuzeigen. Aktivieren Sie dazu die Checkbox Zeige Dichtewerte und navigieren Sie über die Farbfelder, um die CMYK-Dichtewerte für jedes Farbfeld angezeigt zu bekommen.

Die von Ihnen gewünschte Dichte-Berechnungsmethode stellen Sie im Einstellungen-Dialog ein. Wählen Sie dabei zwischen vier Methoden:

  • Status-E, der Default-Einstellung in ColorAnt, die hauptsächlich in Europa gebräuchlich ist
  • Status-T, hauptsächlich in Amerika genutzt, mit leicht geringeren Gelb-Dichtewerten
  • Status-A wird in der fotografischen Industrie benutzt. Verwenden Sie es bei RGB-Drucksystemen
  • Im Fall von Multicolor-Messdaten verwenden Sie Maximum, da damit automatisch die maximale Absorption in den Spektralwerten anstelle von vorgegeben CMY-Filtern für die Berechnung der Dichte verwendet wird

Hinweise: Die Dichtewerte der Volltöne werden auch im PDF-Report angezeigt.
Die reinen Dichtewerte Ihre Messwerte können Sie als separate Datei abspeichern, indem Sie Dichte exportieren aus dem Datei-Menü auswählen.

 

3D-Ansicht
  • In der 3D-Ansicht können Sie den Farbkörper durch Klicken und Ziehen in die gewünschte Richtung drehen.
  • Wenn Sie den Farbkörper mit der Maus in eine Richtung ziehen, so dreht sich der Körper automatisch bis zu einer Minute weiter. Die Bewegung stoppen Sie, indem Sie noch einmal in das 3D-Fenster klicken.
  • Mit dem Zoom-Slider vergrößern Sie die Ansicht und mit dem Point Size-Slider verändern Sie die Darstellungsgröße der Messpunkte.
  • Aktivieren Sie die Checkbox Vergleiche mit ICC-Profil, um ein ICC-Profil aus der Dropdown-Liste zu wählen. Der Farbraum des gewählten Profils wird in einem transparenten Grauton angezeigt, was einen Vergleich mit den Messdaten erlaubt.
TWZ-Ansicht

In dieser Ansicht können die Tonwertzuwachskurven (TWZ) genau analysiert werden. Wenn der TWZ-Reiter während einer Editierung der Kurven oder einer anderen Korrektur, die sich auf die Tonwertkurven auswirkt, geöffnet ist, kann das Ergebnis der Korrektur hier sofort betrachtet werden.

  • Die angezeigten Checkboxen richten sich nach den Primärfarben der geladenen Messdaten. Mit den Checkboxen, z.B. bei CMYK-Daten (und auch bei Multicolor-Dateien), können einzelne Kurven ein- und ausgeblendet werden.
  • Die Tonwertzuwachskurven werden mit der Checkbox Skalierung der Y-Achse beibehalten möglichst optimal in das Diagramm eingepasst. Die Skalierung der Y-Achse richtet sich automatisch nach den Erfordernissen der geladenen Messdatei. Dies ermöglicht eine präzise und dabei möglichst große Ansicht der Kurven.
  • Durch Ausstellen der Checkbox unterbinden Sie das automatische Anpassen der Y-Achse, die immer beim Auswählen eines neuen Datensatzes angewendet wird. Dadurch können Sie die Auswirkungen einer Korrektur zwischen Dateien vorher und nachher besser beurteilen.
  • Messdaten, die nur aus CMY ohne Schwarz oder aus RGB bestehen, können ebenfalls mit ColorAnt optimiert werden. Im TWZ-Reiter wird zusätzlich zu den drei CMY- oder den RGB-Kurven eine Composite-Gray-Kurve angezeigt.
  • Die TWZ-Kurven im Betrachten-Dialog werden immer mit intern berechneten Redundanzkorrekturen angezeigt. Dies verhindert seltsame Kurvendarstellungen, falls gleiche Farbfelder sich stark voneinander unterscheiden, insbesondere beim Papierweiß.
  • Die Darstellung der TWZ-Kurven kann mit den Tonwertberechnung-Optionen in den Einstellungen verändert werden. Sie können die Kurven entweder über XYZ oder mit Spektraldaten über Dichte berechnen und anzeigen lassen.
    Hinweis: Als Grundeinstellung verwendet ColorAnt die Berechnung der Kurven auf Basis von XYZ-Werten. Dieser Modus ermöglicht eine konsistente Darstellung der Kurven, sowohl wenn diese  auf den Messdaten basieren, als auch für Kurven, die aus dem resultierenden ICC-Profil entstehen. Stellen Sie die Checkbox in den Einstellungen aus, so werden, wenn Spektraldaten vorliegen, die Kurven nach der eingestellten Dichtemethode berechnet. Diese Kurven-Darstellung ist konsistenter mit der aus der Prozesskontrolle. Die TWZ-Kurven von Sonderfarben für Multicolor-Druckverfahren profitiert von der Dichtemethode, da die XYZ-Methode für Nicht-CMYK-Farben ungeeignet ist. Der Screenshot zeigt die unterschiedlich aussehenden TWZ-Kurven eines 7-farbigen Drucksystems mit CMYK+Orange+Grün+Violett. Zur Linken sehen Sie die Kurven auf Basis von XYZ, bei denen ColorAnt schon intelligent die richtigen Filter für die jeweiligen Kanäle ausgewählt hat und rechts sehen Sie die Kurven mit der Dichtemethode nach Status-E.
Spinnennetz-Ansicht
  • Hier sehen Sie eine Aufsicht auf den Farbraum im a*-b*-Diagramm. Die gemessenen, bzw. durch die Optimierung errechneten Farbwerte sind in einem spinnennetzartigen Gitter dargestellt. Auch hier können, wie in allen anderen Ansichten, im Betrachten-Dialog durch Auswahl einer Bearbeitungsstufe im Verlauf die Änderungen, z.B. einer Messdaten-Glättung, verfolgt werden.
  • Im Spinnennetz sind die Primär- und Sekundärfarbachsen farbig hervorgehoben (siehe Screenshot eines CMYK-Datensatzes).
  • Das Spinnennetz-Diagramm eines Multicolor-Datensatzes könnte z.B. so wie im nächsten Screenshot aussehen. Es zeigt die Messpunkte des CMYK-Farbsatzes der Daten und die Volltöne der weiteren Primärfarben. Von diesen Volltönen werden gerade farbige Linien zu den am nächsten gelegenen beiden anderen Primärfarben gezogen. Diese Linien repräsentieren nur eine grobe Ansicht des Farbraumes. Dennoch ermöglicht es Ihnen zu sehen, in welchen Farbbereichen die Zusatzfarben den Farbraum erweitern.
    Hinweis: Zur Erstellung von Multicolor-Profilen in CoPrA werden drei chromatische Farben + optional Schwarz + maximal drei den Gamut erweiternde Farben benötigt. Ein paar Beispiele für funktionierende Kombinationen sind: CMYK+Orange, CMY+Grün+Blau, CM+Orange+K usw. Zusatzfarben, die innerhalb des CMYK-Gamuts liegen, können Probleme bei der Profilerstellung ergeben. In der Spinnennetz-Ansicht können Sie problematischen Farbkombinationen in Ihren Messdaten rechtzeitig erkennen.
  • Mit Hilfe der Option Vergleiche mit ICC-Profil können Sie aus dem DropDown-Menü ein Vergleichsprofil auswählen. Der Farbraum des ausgewählten ICC-Profils wird in grüner Farbe im Diagramm zusätzlich zu Ihren Messwerten angezeigt. Auf diese Weise ist ein Vergleich der Farbumfänge möglich, um beispielsweise zu erkennen, ob die Messwerte des Hausstandards einen bestimmten Druckstandard gut abbildet.

    Hinweis: Sie können zu Vergleichszwecken auch RGB-Profile für Arbeitsfarbräume wie AdobeRGB oder sRGB auswählen.
Kurven-Ansicht

Im Kurven-Reiter können Sie sich die Linearitätskurven von Weiß zur 100% Volltonfarbe für alle Primärfarben, auch für Multicolor-Daten, und im Falle von CMYK Daten auch die Sekundärfarben ansehen. Die Glättung der Gradationskurven kann mit Hilfe von drei verschiedenen Methoden dargestellt werden. ColorLogic Standard ist die voreingestellte Option.

ColorLogic Standard: Farbmetrische Linearität nach Lab / dE-76 bedeutet, dass ein mittlerer Wert von 50% einer Primärfarbe genauso weit vom linken Wert (Weiß), wie vom rechten Wert (Vollton) entfernt ist. Moderne RIPs linearisieren Primärfarben häufig nach farbmetrischen Gesichtspunkten. Eine komplett lineare Kurve (45 Grad) deutet auf eine perfekte farbmetrische Linearität hin.

ISO 20654: Die ISO 20654-Methode kann verwendet werden, um zu zeigen, wie die Gradationskurven der Primärfarben unter Berücksichtigung der farbmetrischen Linearität aussehen. Eine komplett lineare Kurve (45 Grad) deutet nach ISO 20654 auf eine perfekte farbmetrische Linearität hin.
Hinweis: Dichtebasierende Methoden wie Murray Davis arbeiten nicht gut mit Nicht-CMYK Farben. Die IS0 20654 (auch bekannt als SCTV) Methode (Spot Color Tone Value) ist eine alternative Methode zum behandeln der Tonwerte von Sonderfarben. Die mit ColorLogic Standard und ISO 20654 angezeigten Kurven sind sich ähnlich, da sich die Methoden ähneln. ColorLogic Standard wird seit ColorAnt 1 verwendet und beachtet die Färbung der Primärfarben, was bei ISO 20654 nicht der Fall ist. Deshalb gibt es hier zwei Methoden aus denen Sie wählen können.

Tonwerte (Dichte): Wenn die Tonwertkurve auf Dichte basiert, ergibt sich eine andere Darstellung des TWZ Diagrams. Diese Ansicht wurde für einen besseren Vergleich zu farbmetrischen Methoden hinzugefügt.

Mit Vergleiche mit ICC-Profil können Sie ein Profil aus dem Dropdown-Menü zum Vergleichen der Kurven wählen.